Laserbasierte Bearbeitung von Kunststoffen und Werkzeugteilen
Beim Lasercusing wird die Bearbeitungsenergie gezielt in eine sehr kleine Zone eingebracht. Je nach Werkstoff, Bauteilgeometrie und Prozesseinstellung kann das Material getrennt, an Kanten nachbearbeitet oder an der Oberfläche strukturiert werden. Da kein Schneidwerkzeug direkt am Werkstück anliegt, entfallen werkzeugtypische Einflüsse wie mechanischer Druck oder Schneidenverschleiss am Kontaktpunkt. Für die Prozessqualität sind insbesondere Werkstoffverhalten, Materialdicke, Wärmeentwicklung und die geforderte Kantenbeschaffenheit relevant.
Typische Anwendungen in der Kunststoffbranche
Laserbasierte Bearbeitung wird bei Kunststoffhalbzeugen, Formteilen und funktionalen Komponenten genutzt, wenn präzise Ausschnitte, feine Innenkonturen oder wiederholgenaue Bearbeitung erforderlich sind. Typische Einsatzfelder sind dünnwandige Teile, empfindliche Geometrien, kleine Serien, Prototypen sowie Arbeitsschritte, bei denen mechanische Werkzeuge nur eingeschränkt einsetzbar sind. Auch bei Werkzeugzubehör kann Laserbearbeitung für definierte Konturen oder lokale Anpassungen an Bauteilen sinnvoll sein.
Verfahrensunterschiede nach Material und Bearbeitungsziel
Die Ausführung von Lasercusing richtet sich stark nach dem zu bearbeitenden Kunststoff und dem gewünschten Ergebnis. Thermische Reaktion, Absorption des Laserlichts, Schmelzverhalten und mögliche Verfärbungen unterscheiden sich je nach Werkstoff deutlich. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Schnittführung, Taktung und Nachbearbeitung. In der Praxis wird zwischen Trennen, Strukturieren und lokalem Abtrag unterschieden, wobei die Anforderungen an Kante, Gratfreiheit und Wärmeeinfluss die Verfahrenswahl bestimmen.
Abgrenzung zu Sägen, Messern und Schleifmitteln
Innerhalb der Hierarchie Schneiden und Schleifen unterscheidet sich Lasercusing grundlegend von mechanischen Werkzeugen wie Bandmessern, Kreissägeblättern oder Hartmetallmessern. Diese trennen Material über eine Schneide und direkten Werkstückkontakt. Schleifbänder, Schleifscheiben und Schleifsteine dienen dagegen vor allem dem Abtrag, der Kantenbearbeitung oder der Oberflächenanpassung. Lasercusing ist ein berührungsloses Verfahren und wird dort eingeordnet, wo die Bearbeitung nicht über rotierende oder lineare Schneid- und Schleifwerkzeuge erfolgt.