Was Gerste in der Fütterung abdeckt
Gerste liefert vor allem Energie und gehört deshalb zur Gruppe der Kraftfutter. In der Pferdehaltung wird sie meist als Ergänzung zu Heu, Gras oder anderen Raufuttermitteln eingesetzt, nicht als deren Ersatz. Für Esel und viele Maultiere ist Gerste nur bedarfsbezogen sinnvoll, weil ihr Energiebedarf oft deutlich tiefer liegt als bei Pferden in Arbeit.
Typische Einsatzsituationen bei Eseln, Maultieren und Pferden
Gerste kommt vor allem dann infrage, wenn Tiere mehr Energie benötigen, etwa bei regelmässiger Arbeit, in einzelnen Leistungsphasen oder bei unzureichender Versorgung über die Grundration. Bei robusten, leichtfuttrigen Tieren wird sie zurückhaltend eingesetzt oder ganz weggelassen. Entscheidend ist nicht das einzelne Futtermittel, sondern die gesamte Ration mit Raufutteranteil, Fütterungsmenge und Fütterungsrhythmus.
Formen der Verfütterung und Aufbereitung
Als Futtermittel kann Gerste ganz, gequetscht, gewalzt oder anderweitig aufbereitet vorliegen. Die geeignete Form hängt unter anderem von Tier, Fütterungskonzept und Verarbeitungsgrad ab. In der Praxis wird sie oft nicht allein, sondern zusammen mit weiteren Rationsbestandteilen verfüttert, damit Energiezufuhr und übrige Nährstoffversorgung aufeinander abgestimmt bleiben.
Abgrenzung zu Hafer, Mais und Mischfutter
Innerhalb der Hierarchie gehört Gerste zur Untergruppe Kraftfutter und bezeichnet ein einzelnes Getreidefuttermittel. Im Unterschied zu Mischfutter besteht sie nicht aus einer bereits zusammengestellten Rezeptur mit mehreren Komponenten. Gegenüber Hafer und Mais ist Gerste ebenfalls ein Einzelfuttermittel, unterscheidet sich aber in Zusammensetzung, Struktur und Einsatz in der Ration, weshalb sie nicht ohne Prüfung des Fütterungsziels ersetzt oder gleich dosiert werden sollte.