Algen als Futter in der Fischproduktion
Unter Algenfutter fallen Mikroalgen und grössere Algenarten, die direkt verfüttert oder in Mischfutter eingebunden werden. Je nach Anwendung dienen sie als Hauptbestandteil, Ergänzungsfutter oder Rohstoff für weiterverarbeitete Futtermittel. In der Praxis ist weniger die Bezeichnung als Futterform entscheidend als die verwendete Algenart, die Aufbereitung und der Einsatz bei der jeweiligen Fischart.
Einsatz bei Aufzucht, Haltung und artspezifischer Fütterung
Algen kommen dort zum Einsatz, wo Fische pflanzliche Bestandteile aufnehmen oder wo feine Futtergrössen benötigt werden. Das betrifft unter anderem herbivore und omnivore Arten sowie einzelne Aufzuchtphasen, in denen Mikroalgen direkt oder indirekt über Futterketten genutzt werden. In Produktionssystemen mit verschiedenen Entwicklungsstadien können Algen deshalb je nach Besatz, Futterstrategie und Haltungsform unterschiedlich eingebunden sein.
Mikroalgen, Makroalgen und aufbereitete Algenprodukte
Im Markt finden sich Algen als Frischkultur, getrocknete Biomasse, Pulver, Paste oder als Bestandteil zusammengesetzter Futtermittel. Mikroalgen werden vor allem dort eingesetzt, wo sehr kleine Partikel oder Kultursysteme mit lebendem Futter relevant sind. Grössere Algen oder daraus gewonnene Bestandteile werden eher als pflanzliche Ergänzung oder als Zutat in verarbeiteten Futtermischungen verwendet.
Abgrenzung zu Flocken, Granulat, Wafern und kleinen Wassertierchen
Algen bezeichnen in dieser Hierarchie primär die Futterquelle und nicht zwingend eine bestimmte Darreichungsform. Flocken, Granulat, Wafer oder Gelfutter sind verarbeitete Futterformen, die Algen enthalten können, aber nicht auf Algen beschränkt sind. Kleine Wassertierchen unterscheiden sich davon grundlegend, weil sie tierisches Lebend- oder Frostfutter darstellen. Dadurch steht Algenfutter fachlich näher bei pflanzlichen oder mikrobiellen Futterkomponenten als bei klassischen Formfuttern.