Was unter Zucht im Rindvieh verstanden wird
Zur Zucht gehören die Festlegung von Zuchtzielen, die Auswahl geeigneter Zuchttiere und die Planung von Paarungen oder Besamungen. Grundlage sind in der Praxis Abstammung, beobachtbare Merkmale sowie betriebliche Anforderungen. Je nach Ausrichtung stehen Milchleistung, Fleischansatz, Kalbeeigenschaften, Fundament, Eutergesundheit oder Robustheit stärker im Vordergrund.
Einsatz im Milchvieh-, Mast- und Mutterkuhbetrieb
Die Anforderungen an die Zucht unterscheiden sich nach Produktionsform. Im Milchviehbetrieb werden andere Merkmale gewichtet als in der Fleischproduktion oder in der Mutterkuhhaltung. Entsprechend dient Zucht entweder der Verbesserung milchbezogener Eigenschaften, der Fleischleistung, der Fruchtbarkeit oder der Anpassung an extensive und standortbezogene Haltungsformen.
Teilbereiche der Zuchtplanung
Zur Zuchtplanung zählen unter anderem die Selektion weiblicher und männlicher Zuchttiere, die Vermeidung unerwünschter Verwandtschaftspaarungen und die Wahl der Reproduktionsmethode. Die Unterleistung Besamung ist dabei ein konkreter Teilbereich der Umsetzung. Daneben können auch natürliche Belegung, Remontierungsplanung und die Dokumentation von Abstammung und Nachzucht zur Zuchtarbeit gehören.
Abgrenzung zu Fütterung, Haltung und Produkten
Zucht ist von den Geschwisterleistungen im Bereich Rindvieh klar zu trennen. Fütterung betrifft die Nährstoffversorgung und Rationsgestaltung, Haltung die Unterbringung, Tierbetreuung und Stallorganisation. Produkte beziehen sich auf die Vermarktung oder Verarbeitung von Milch, Fleisch oder Nebenprodukten. Zucht setzt davor an und beeinflusst, welche genetischen Eigenschaften im Bestand aufgebaut oder erhalten werden.