Wie Kurzhubhonen prozesstechnisch abläuft
Beim Kurzhubhonen wirken gebundene Schleifleisten auf die Innenfläche eines Werkstücks ein. Die Bearbeitung entsteht durch die überlagerte Dreh- und Hubbewegung des Werkzeugs, wobei der axiale Hub im Vergleich zu anderen Honverfahren kurz gehalten wird. Dadurch lässt sich die Bearbeitung auf eine begrenzte Zone konzentrieren. Typische Ziele sind eine definierte Oberflächentopografie, geringe Rauheit und eine verfeinerte Geometrie der Bohrung.
Geeignete Werkstücke und typische Einsatzfälle
Das Verfahren eignet sich vor allem für kurze Bohrungen, funktionale Innenflächen und Bauteile mit lokal begrenzten Präzisionsanforderungen. Bearbeitet werden unter anderem Buchsen, Gehäuse, Führungsbohrungen, Ventil- und Dichtsitze sowie andere innenliegende Pass- oder Gleitflächen. Kurzhubhonen wird meist dort eingesetzt, wo nach dem Bohren, Reiben oder Schleifen eine feinere Oberfläche oder eine engere Formtoleranz benötigt wird.
Werkzeugauslegung und Bearbeitungsparameter
Die Ausführung des Prozesses richtet sich nach Werkstoff, Bohrungsdurchmesser, Bohrungslänge und geforderter Oberflächenqualität. Relevante Stellgrössen sind unter anderem Schleifmittel, Bindung, Anpressung, Drehzahl, Hubfrequenz und Bearbeitungszeit. Je nach Anforderung kann das Kurzhubhonen einstufig oder in mehreren Bearbeitungsschritten erfolgen, etwa mit einer vorangehenden Vorbearbeitung und einer anschliessenden Feinbearbeitung. Auch die Gestaltung des Werkzeugs ist entscheidend, wenn Schultern, Übergänge oder begrenzte Auslaufzonen berücksichtigt werden müssen.
Abgrenzung zu Langhubhonen und verwandten Verfahren
Innerhalb der Honverfahren unterscheidet sich Kurzhubhonen vom Langhubhonen vor allem durch die kurze axiale Hubbewegung und den Fokus auf kürzere Bearbeitungszonen. Langhubhonen wird eher für längere Bohrungen oder über die gesamte Bohrungslänge geführte Bearbeitung eingesetzt. Feinschleifen beziehungsweise Flachhonen ist auf ebene Flächen ausgerichtet und nicht auf Innenbohrungen. Extrude Honen arbeitet mit abrasiven Medien in Strömung und eignet sich für schwer zugängliche Innenkanäle, während Laser-Honen materialabtragende oder strukturierende Laserverfahren umfasst. Superfinishen dient meist der Feinbearbeitung zugänglicher Funktionsflächen und ist vom klassischen Honprozess im Bohrungsinneren abzugrenzen.