Wie Plasmatrennschneiden technisch funktioniert
Beim Verfahren wird zwischen Brenner und Werkstück ein Lichtbogen gezündet, der ein Gas in einen hochenergetischen Plasmazustand überführt. Dieser Plasmastrahl schmilzt den Werkstoff lokal auf und bläst das Material aus der Schnittfuge. Plasmatrennschneiden eignet sich deshalb für elektrisch leitfähige Metalle wie Stahl, Edelstahl oder Aluminium. Als thermisches Trennverfahren erzeugt es eine wärmebeeinflusste Zone, deren Ausprägung von Material, Dicke, Anlageneinstellung und Schnittgeschwindigkeit abhängt.
Typische Werkstücke und Einsatzbereiche in der Lohnfertigung
Plasmatrennschneiden wird für Konturen, Ausschnitte, Durchbrüche und Zuschnitte an Metallteilen genutzt. Häufige Anwendungen sind Bauteile für Maschinenbau, Stahlbau, Apparatebau, Fahrzeugbau oder allgemeine Blechbearbeitung. Das Verfahren ist sowohl für Einzelteile als auch für wiederkehrende Serien geeignet. In der Praxis wird es oft dort gewählt, wo funktionale Zuschnitte im Vordergrund stehen und keine sehr feinen Schneidkanten erforderlich sind.
Relevante Ausprägungen und Qualitätsmerkmale
Die Ausführung hängt unter anderem von Werkstoff, Materialdicke, Brennertechnik, Tischsystem und Steuerung ab. Unterschiede zeigen sich bei Schnittfugenbreite, Rechtwinkligkeit der Schnittkante, Gratbildung, Anstichqualität und Nachbearbeitungsbedarf. In vielen Betrieben erfolgt das Plasmatrennschneiden CNC-gesteuert, um Konturen reproduzierbar auszuführen. Für höhere Anforderungen an Konturgenauigkeit und Kantenqualität ist innerhalb derselben Verfahrensfamilie das Feinplasmaschneiden gesondert zu betrachten.
Abgrenzung zu Laser-, Wasserstrahl- und Autogenschneiden
Innerhalb der Hierarchie gehoert Plasmatrennschneiden zum Bereich Schneiden und dort zu den thermischen Trennverfahren. Gegenueber Laserschneiden ist die Schnittkante beim Plasma in der Regel weniger fein, dafuer ist das Verfahren robust fuer viele leitfaehige Metalle. Im Unterschied zum Wasserstrahlschneiden arbeitet Plasma mit Waermeeintrag und nicht kalt. Vom Autogenschneiden grenzt es sich dadurch ab, dass es nicht auf den Sauerstoff-Schneidprozess bei unlegierten Staehlen beschraenkt ist, sondern auch Edelstahl und Aluminium trennen kann. Gegenueber Feinplasmaschneiden liegt der Fokus auf dem allgemeinen Plasmatrennprozess und nicht auf besonders engen Qualitaetsfenstern.