Funktionsprinzip hydraulischer Abkantpressen und Biegemaschinen
Bei hydraulischen Maschinen wird Druck in einem geschlossenen System aufgebaut und auf Zylinder übertragen, die die Biegeeinheit bewegen. Bei Abkantpressen betrifft dies typischerweise den Pressbalken, bei anderen Biegemaschinen je nach Bauart Walzen, Biegebalken oder Zustelleinheiten. Die Bewegung kann über Ventile und Steuerung geregelt werden, sodass Hub, Geschwindigkeit und Anpressverhalten an Werkzeug, Material und Biegefolge angepasst werden.
Typische Einsatzbereiche in der Blechbearbeitung
Hydraulisch angetriebene Maschinen werden für das Biegen von Blechteilen, Profilen und längeren Werkstücken in Werkstatt- und Serienumgebungen verwendet. Sie kommen in Frage, wenn unterschiedliche Materialstärken, wechselnde Losgrössen oder variierende Geometrien bearbeitet werden. Häufige Anwendungen sind Kantungen an Gehäusen, Verkleidungen, Trägerteilen, Abdeckungen oder Bauteilen aus Stahl, Edelstahl und Aluminium.
Ausprägungen innerhalb der hydraulischen Bauart
Unter der hydraulischen Bauart fallen sowohl hydraulische Abkantpressen als auch Biegemaschinen mit hydraulisch bewegten Arbeitsorganen. Die Maschinen können mit einfacher Bedienlogik, NC-Steuerung oder CNC-Steuerung ausgeführt sein. Unterschiede bestehen zudem bei Arbeitslänge, Presskraft, Werkzeugaufnahme, Hinteranschlag, Automatisierungsgrad und bei der Einbindung in Materialfluss oder Fertigungslinien.
Abgrenzung zu elektrischen Maschinen
Innerhalb der Kategorie Abkantpressen und Biegemaschinen bezeichnet «hydraulisch» die Antriebstechnik und nicht eine eigene Biegeoperation. Gegenüber der Geschwisterleistung «elektrisch» erfolgt die Bewegung hier über Hydraulikzylinder statt über elektromechanische Antriebe. Die Auswahl zwischen beiden Bauarten richtet sich unter anderem nach Kraftbedarf, Prozesscharakteristik, Maschinenkonzept und den Anforderungen an Steuerung und Betrieb.