Funktionsprinzip pneumatischer Richtpressen
Richtpressen arbeiten mit einer linearen Pressbewegung, die bei dieser Maschinenkategorie durch Druckluft erzeugt wird. Die Kraft wird gezielt über Druckstücke, Auflagen oder Werkzeuge in das Werkstück eingeleitet, um Biegungen, Verzüge oder Lageabweichungen zu korrigieren. Entscheidend ist nicht nur die maximale Presskraft, sondern auch, wo und wie sie auf das Bauteil wirkt. Das Richten erfolgt deshalb meist in Verbindung mit definierten Auflagepunkten und einer Kontrolle des Ergebnisses.
Typische Richtaufgaben in der Metallverarbeitung
Eingesetzt werden Richtpressen bei Bauteilen, die nach Fertigungs- oder Handhabungsschritten ausserhalb der geforderten Form- oder Lagetoleranz liegen. Typische Fälle sind verzogene Blechteile, Profile, Stäbe, Wellen oder kleinere Schweissbaugruppen. Auch nach Stanzen, Biegen, Schweissen, Transport oder Montage können Korrekturen notwendig sein. Richtpressen werden dabei sowohl für Einzelteile als auch für wiederkehrende Nacharbeiten in Serienprozessen genutzt.
Richtverfahren, Werkzeuge und Auflagen
Die konkrete Ausführung richtet sich nach Werkstückgeometrie und Fehlerbild. Unterschieden werden unter anderem punktuelles Nachsetzen, flächiges Richten oder das Ausrichten gegen Anschläge und Vorrichtungen. Je nach Aufgabe kommen unterschiedliche Auflagen und Druckelemente zum Einsatz, etwa flache Auflagen, Prismen oder formangepasste Einsätze. Für reproduzierbare Ergebnisse werden häufig Messmittel, Anschläge oder einfache Prüfvorrichtungen in den Ablauf integriert.
Abgrenzung zu Abkant-, Niet- und Tischpressen
Richtpressen sind in dieser Hierarchie den Druckluftpressen zugeordnet und werden somit pneumatisch angetrieben. Im Unterschied zu Abkantpressen erzeugen sie keine definierte Umformung zur Herstellung einer neuen Biegegeometrie, sondern korrigieren bestehende Abweichungen. Gegenüber Nietpressen steht nicht das Fügen von Bauteilen im Vordergrund. Tischpressen beschreiben vor allem eine Bauform oder Aufstellungsart; eine Richtpresse kann als Tischmaschine ausgeführt sein, muss es aber nicht.