Funktionsprinzip von Schnecke und Schneckenrad
Ein Schneckengetriebe besteht aus einer Schnecke auf der Antriebsseite und einem Schneckenrad auf der Abtriebsseite. Die Bewegung wird in der Regel über rechtwinklig zueinander liegende Wellen übertragen. Je nach Auslegung lassen sich hohe Übersetzungen in einer einzelnen Stufe erreichen. Charakteristisch ist der gleitende Kontakt zwischen den Zahnflanken, der ein ruhiges Laufverhalten ermöglicht, aber auch Reibung und damit Wärmeentwicklung mit sich bringt.
Einsatz in Antriebs- und Fördertechnik
Schneckengetriebe finden sich in Förderanlagen, Verstelleinheiten, Dosier- und Verpackungsmaschinen sowie in Antrieben mit begrenztem Bauraum. Sie eignen sich für Anwendungen, bei denen die Drehzahl reduziert und das Drehmoment am Abtrieb erhöht werden soll. Auch bei langsamen bis mittleren Bewegungen und bei rechtwinkligem Kraftfluss werden sie häufig gewählt. Ob eine Ausführung für Dauerbetrieb, wechselnde Lasten oder intermittierenden Betrieb geeignet ist, hängt von Auslegung, Schmierung und thermischen Bedingungen ab.
Bauformen, Übersetzungen und konstruktive Merkmale
Erhältlich sind Schneckengetriebe unter anderem mit Hohlwelle, Vollwelle, Flansch oder Fussbefestigung sowie als kompakte Getriebemotoren. Die Übersetzung wird durch die Geometrie von Schnecke und Schneckenrad bestimmt. Werkstoffpaarung, Verzahnungsgeometrie und Schmierung beeinflussen Verschleiss, Geräuschverhalten und Wirkungsgrad. Eine Selbsthemmung kann bei bestimmten Auslegungen auftreten, ist jedoch nicht bei jedem Schneckengetriebe gegeben und muss jeweils technisch geprüft werden.
Abgrenzung zu Stirnrad-, Kegelrad- und Planetengetrieben
Im Vergleich zu Stirnradgetrieben und Planetengetrieben ermöglichen Schneckengetriebe oft höhere Untersetzungen in kompakter Form, erreichen aber wegen des Gleitanteils meist einen geringeren Wirkungsgrad. Gegenüber Kegelradgetrieben sind sie ebenfalls für rechtwinklige Anordnungen geeignet, verhalten sich jedoch anders bei Effizienz, Erwärmung und Übersetzungsbereich. Für Anwendungen mit sehr geringer Verdrehung oder definierter Spielfreiheit werden eher Präzisionsgetriebe oder spielfreie Getriebe eingesetzt. Innerhalb der Hierarchie gehören Schneckengetriebe damit klar zur Untergruppe Getriebe in der Antriebs- und Fördertechnik und nicht zu spezialisierten Lösungen für höchste Positioniergenauigkeit.