Funktionsprinzip zwischen Druckluft und Hydraulik
Bei pneumohydraulischen Zylindern wirkt Druckluft als Antriebsenergie, während ein hydraulisches Medium die Kraftübertragung, den Arbeitshub oder die Bewegungscharakteristik beeinflusst. Dadurch lassen sich schnelle Leerbewegungen mit einem kraftvollen oder gleichmässigeren Arbeitsabschnitt verbinden. Im Unterschied zu rein pneumatischen Zylindern steht nicht nur die Hubbewegung im Vordergrund, sondern auch deren Verlauf unter Last.
Typische Anwendungen in Press-, Füge- und Spannprozessen
Eingesetzt werden pneumohydraulische Zylinder dort, wo Bauteile mit reproduzierbarem Kraftaufbau bewegt, gepresst oder fixiert werden sollen. Dazu gehören Montageeinheiten, Pressvorrichtungen, Umform- und Stanzprozesse, Spannsysteme sowie automatische Handhabungsstationen. Sie eignen sich besonders für Maschinen, in denen Druckluft bereits verfügbar ist, aber ein rein pneumatischer Zylinder für den Arbeitshub nicht ausreicht.
Bauformen und technische Ausprägungen
Ausführungen unterscheiden sich unter anderem nach Hubaufteilung, Wirkungsweise, Einbaulage und Befestigung. Je nach Konstruktion sind Eilhub und Krafthub unterschiedlich ausgeprägt, und auch Endlagendämpfung, Führung, Sensorik oder die Einbindung in Maschinensteuerungen variieren. Für die Auswahl sind vor allem Arbeitskraft, Hubweg, Taktverhalten, Lastaufnahme und die geforderte Bewegungscharakteristik relevant.
Abgrenzung zu anderen Zylinderarten
Innerhalb der Kategorie Zylinder liegen pneumohydraulische Zylinder zwischen pneumatischen und hydraulischen Lösungen. Gegenüber pneumatischen Zylindern ermöglichen sie in vielen Fällen einen kontrollierteren oder kraftstärkeren Arbeitshub. Gegenüber hydraulischen Zylindern sind sie typischerweise auf Anwendungen ausgelegt, bei denen Druckluft als Basisenergie genutzt wird und kein klassischer Vollhydraulikaufbau im Vordergrund steht. Von elektrischen Zylindern unterscheiden sie sich durch das fluidische Antriebskonzept, und von Spannzylindern durch den breiteren Einsatz als Arbeits- und Bewegungszylinder statt als reine Spannkomponente.