Konstruktives Prinzip der Ständerbauweise
Die Ständerbauweise basiert auf einer festen vertikalen Struktur, an der die beweglichen Messkomponenten geführt oder gelagert sind. Je nach Gerät erfolgt die Positionierung über einen manuell geführten Arm, einen Ausleger oder über linear geführte Achsen. Für die Messaufgabe sind dabei vor allem die Anordnung des Ständers, die erreichbare Ausladung und die Steifigkeit der Konstruktion relevant.
Typische Einsatzsituationen im Messprozess
Diese Bauform wird verwendet, wenn Werkstücke von einer Seite oder von oben gut zugänglich sein sollen. Das ist etwa bei Bauteilen mit unregelmässiger Geometrie, bei wechselnden Werkstückgrössen oder bei Messplätzen mit begrenzter Einbausituation sinnvoll. Auch wenn das Werkstück nicht vollständig von einer Rahmenkonstruktion umschlossen werden soll, kann die Ständerbauweise Vorteile bei der Zugänglichkeit bieten.
Relevante Ausprägungen innerhalb der Bauform
Ständerbauweisen unterscheiden sich unter anderem in der Art der Führung, in der Ausladung und in der Position des Arbeitsbereichs zum Ständer. Daraus ergeben sich Unterschiede bei Reichweite, Beweglichkeit des Messkopfs und Platzbedarf am Messplatz. Je nach System ist die Bauform auf kompakte Einzelmessungen, auf grössere Bauteile oder auf bestimmte Erreichbarkeiten innerhalb des Werkstücks ausgelegt.
Abgrenzung zur Portalbauweise
Im Unterschied zur Portalbauweise wird der Messbereich bei der Ständerbauweise nicht von einer beidseitig abgestützten Rahmenkonstruktion überspannt. Die Ständerbauweise lässt eine Seite des Arbeitsraums offener, was die Zugänglichkeit für bestimmte Werkstücke und Messsituationen erleichtern kann. Die Portalbauweise ist dagegen stärker durch ihre Brückengeometrie geprägt und folgt einem anderen konstruktiven Ansatz bei Führung und Arbeitsraum.