Messaufgaben und Funktionsprinzip
Mehrkoordinaten-Messmaschinen arbeiten in einem definierten Koordinatensystem und erfassen Messpunkte oder Flächen an einem Bauteil. Daraus lassen sich unter anderem Abmessungen, Abstände, Winkel sowie Form- und Lagemerkmale ableiten. Die Auswertung erfolgt je nach System manuell geführt oder programmgestützt, oft mit Bezug zu Zeichnungs- oder CAD-Daten. Der Schwerpunkt liegt nicht auf der Bearbeitung des Werkstücks, sondern auf der messtechnischen Erfassung und Beurteilung.
Typische Einsatzbereiche in der Metallbranche
In der Metallverarbeitung werden solche Messmaschinen für Erstbemusterung, Serienprüfung, Wareneingangskontrolle und Prozessüberwachung eingesetzt. Sie eignen sich für Werkstücke mit komplexen Konturen, engen Toleranzen oder wiederkehrenden Prüfabläufen. Auch bei Werkzeugen, Vorrichtungen und bearbeiteten Einzelteilen werden koordinatenbasierte Messungen genutzt, um Abweichungen früh zu erkennen. In digitalisierten Fertigungsumgebungen können Messergebnisse zudem in Dokumentation, Rückverfolgbarkeit oder Prozesskorrekturen einfliessen.
Ausprägungen von CNC bis berührungslos
Innerhalb dieser Leistung gibt es unterschiedliche Ausführungen für verschiedene Messaufgaben. Dazu zählen CNC-gesteuerte Messmaschinen für automatisierte Prüfabläufe, handgeführte Koordinatenmessgeräte für flexible Messungen am Bauteil sowie berührungslose 2D-Messmaschinen für optische Erfassung. Digitalisiermaschinen und Messroboter werden genutzt, wenn Punktwolken, Oberflächen oder automatisierte Messfolgen im Vordergrund stehen. Zum Umfeld gehören auch Programmierplätze für Messmaschinen, Rundlaufmess-Maschinen sowie kombinierte Messmaschinen und Richtmaschinen; Gebrauchtmaschinen sind eine eigene Beschaffungsform, nicht eine eigene Messtechnik.
Abgrenzung zu verwandten Maschinenbereichen
Mehrkoordinaten-Messmaschinen sind innerhalb von Automatisierung und Maschinen dem Prüf- und Messbereich zuzuordnen. Im Unterschied zu Maschinen für spanabhebende Bearbeitung oder spanlose Formgebung verändern sie das Werkstück nicht, sondern erfassen dessen Ist-Zustand. Von allgemeiner Automatisierung unterscheiden sie sich dadurch, dass die Messtechnik selbst im Zentrum steht und nicht die Steuerung ganzer Prozessketten. Gegenüber Maschinenbauteilen und Maschinensteuerung betrifft diese Leistung komplette Messsysteme und deren messtechnische Anwendung, nicht einzelne Komponenten.