Funktion von Bearbeitungslehren in der Fertigung
Eine Bearbeitungslehre ist ein werkstueckbezogenes Hilfsmittel fuer die Vorbereitung oder Fuehrung eines Bearbeitungsschritts. Sie definiert Anlagepunkte, Bezuege, Abstaende oder Bearbeitungspositionen und hilft dabei, gleichartige Teile wiederholt nach denselben Vorgaben zu bearbeiten. Je nach Auslegung kann sie das Anreissen ersetzen, das Positionieren vereinfachen oder Werkzeugansatzpunkte festlegen.
Typische Anwendungen bei wiederkehrenden Bearbeitungsschritten
Bearbeitungslehren werden vor allem dort eingesetzt, wo identische oder sehr aehnliche Werkstuecke mehrfach bearbeitet werden. Typische Kontexte sind Bohrbilder, Ausschnitte, Kantenbearbeitungen, definierte Lochabstaende oder wiederkehrende Bearbeitungspositionen an Profilen, Blechen und Formteilen. Sie kommen in Werkstattfertigung, Serienfertigung und im Vorrichtungsbau zum Einsatz, wenn manuelle Uebertragung von Massen oder wiederholtes Einrichten vermieden werden soll.
Ausfuehrungen nach Werkstueck, Bezug und Arbeitsgang
Bearbeitungslehren werden in der Regel werkstueckspezifisch ausgelegt. Unterschiede ergeben sich aus der Geometrie des Teils, den verwendeten Bezugspunkten, der Toleranzlage und dem konkreten Bearbeitungsverfahren. Ueblich sind beispielsweise Lehren mit Anschlaegen, Fuehrungen, Schablonenkonturen oder definierten Auflageflaechen. Je nach Aufgabe koennen sie fuer einzelne Bearbeitungsschritte oder fuer eine feste Abfolge von Positionen ausgelegt sein.
Abgrenzung zu Gewindelehren und Kontrolllehren
Innerhalb der Leistung Lehren gehoeren Bearbeitungslehren zu den Hilfsmitteln fuer den laufenden Prozess. Im Unterschied zu Kontrolllehren dienen sie nicht primaer dazu, ein fertiges Teil als gut oder nicht gut zu beurteilen. Von Gewindelehren unterscheiden sie sich dadurch, dass sie nicht auf die Pruefung von Innen- oder Aussengewinden beschraenkt sind, sondern Bearbeitungslagen und Arbeitsablaeufe fuer sehr unterschiedliche Werkstueckmerkmale vorgeben koennen.