Was mit Festigkeitsprüfgeräten geprüft wird
Diese Geräte dienen zur Ermittlung mechanischer Eigenschaften unter kontrollierter Beanspruchung. Je nach Prüfaufgabe werden Zug-, Druck-, Biege-, Scher- oder ähnliche Belastungen aufgebracht und mit Messwerten wie Kraft, Weg, Dehnung oder Bruchlast verknüpft. Das Ergebnis ist keine allgemeine Zustandsaussage, sondern ein prüfmethodenbezogener Nachweis zur Belastbarkeit eines Werkstoffs, einer Probe oder eines konkreten Bauteils.
Typische Anwendungen in der Metallverarbeitung
Einsatzbereiche sind unter anderem die Werkstoffprüfung im Labor, die Serienkontrolle in der Fertigung, die Prüfung von Halbzeugen wie Blech, Draht oder Profilen sowie die Bewertung von Verbindungen und Bauteilen. Auch bei Umformteilen, Befestigungselementen oder Schweissproben werden Festigkeitsprüfungen durchgeführt, wenn mechanische Kennwerte oder Vergleichswerte benötigt werden. In der Qualitätssicherung werden die Geräte sowohl für Eingangskontrollen als auch für begleitende Prozessprüfungen verwendet.
Geräteausführungen und Prüfumgebungen
Das Spektrum reicht von spezialisierten Prüfgeräten für einzelne Prüfarten bis zu universell einsetzbaren Prüfmaschinen mit austauschbaren Vorrichtungen und digitaler Datenerfassung. Unterschiede bestehen unter anderem in Kraftbereich, Probengrösse, Prüfgeschwindigkeit, Spanntechnik und Automatisierungsgrad. Je nach Anforderung kommen kompakte Laborgeräte, stationäre Prüfstände oder in Fertigungslinien eingebundene Systeme zum Einsatz.
Abgrenzung zu Härte-, Riss- und anderen Prüfgeräten
Innerhalb der Kategorie Messgeräte, Prüfgeräte, Messsysteme und Prüfsysteme sind Festigkeitsmessgeräte auf das Verhalten unter mechanischer Belastung ausgerichtet. Sie unterscheiden sich von Härtemessgeräten und Härteprüfgeräten, die den lokalen Eindring- oder Widerstandswert einer Oberfläche erfassen, sowie von Härteprüfmaschinen, die auf diese Prüfverfahren ausgelegt sind. Gegenüber Rissprüfgeräten steht nicht der Nachweis von Materialfehlern im Vordergrund, sondern die Reaktion eines Werkstoffs oder Bauteils auf definierte Lasten.