Schneidstoff und typische Eigenschaften
Oxydkeramische Drehwerkzeuge bestehen aus oxidkeramischen Schneidstoffen, häufig auf Basis von Aluminiumoxid. Der Schneidstoff ist sehr hart und behält seine Eigenschaften auch bei hohen Temperaturen vergleichsweise gut. Dadurch eignen sich diese Werkzeuge für Prozesse mit hoher thermischer Belastung. Gleichzeitig ist Oxydkeramik spröder als zähere Schneidstoffe, weshalb sie empfindlicher auf Stossbelastungen, Vibrationen und ausgeprägt unterbrochene Schnitte reagieren kann.
Einsatz beim Drehen und Ausdrehen
Verwendet werden oxydkeramische Drehwerkzeuge vor allem für Schlicht- und teilweise Schruppbearbeitungen unter stabilen Bedingungen. Typische Anwendungen liegen im Drehen und Ausdrehen von Werkstoffen, bei denen hohe Schnittgeschwindigkeiten sinnvoll sind und ein ruhiger Eingriff vorliegt. Besonders geeignet sind Bearbeitungen mit konstantem Spanquerschnitt und guter Maschinensteifigkeit. Kühlmittel wird je nach Prozess zurückhaltend oder gar nicht eingesetzt, da starke Temperaturwechsel für keramische Schneidstoffe ungünstig sein können.
Ausführungen und werkzeugseitige Unterschiede
In der Praxis treten oxydkeramische Drehwerkzeuge meist als Wendeschneidplatten in unterschiedlichen Geometrien, Eckenradien und Plattenformen auf. Je nach Auslegung stehen eher verschleissfeste oder etwas robuster ausgelegte oxidkeramische Varianten zur Verfügung. Die Wahl der Geometrie richtet sich nach Bearbeitungsart, Werkstoff, Spanbildung und Oberflächenanforderung. Für feinere Oberflächen, lange Schnittzeiten oder hohe Masshaltigkeit werden andere Schneidkantenformen eingesetzt als für gröbere Vorschübe oder höhere Zeitspanvolumen.
Abgrenzung zu Hartmetalldrehwerkzeugen
Innerhalb der Drehwerkzeuge unterscheiden sich oxydkeramische Drehwerkzeuge klar von Hartmetalldrehwerkzeugen. Hartmetall ist im Regelfall universeller einsetzbar und toleriert wechselnde Schnittbedingungen besser. Oxydkeramik ist dagegen auf Anwendungen ausgerichtet, in denen hohe Schnittgeschwindigkeiten und thermische Beständigkeit wichtiger sind als Zähigkeit. Gegenüber dem übergeordneten Bereich Drehwerkzeuge beschreibt diese Leistung also nicht die Bearbeitungsart, sondern einen spezifischen Schneidstoff mit eigenen Einsatzgrenzen.