Konstruktiver Aufbau von Balkonverglasungen
Balkonverglasungen bestehen in der Regel aus vertikalen Glaselementen, die in Schienen geführt oder punktuell beziehungsweise linear befestigt werden. Je nach System werden die Elemente geschoben, gedreht, gefaltet oder fest montiert. Wesentlich sind die Anschlüsse an Balkonplatte, Decke, Leibungen und Geländer sowie die kontrollierte Ableitung von Wasser. Im Unterschied zu vielen fest eingebauten Fassadenverglasungen stehen bei Balkonverglasungen die Beweglichkeit der Elemente und die Exposition gegenüber Wind und Schlagregen im Vordergrund.
Typische Einbausituationen an Balkonen und Loggien
Eingesetzt werden Balkonverglasungen bei Neubauten und bei Bestandsgebäuden, wenn offene Balkone stärker vor Wind, Regen oder Schmutzeintrag geschützt werden sollen. Häufig betrifft dies auskragende Balkone, innenliegende Loggien oder Ecksituationen mit erhöhter Wetterbelastung. In Bestandsbauten sind Massabweichungen, vorhandene Geländer, bestehende Abdichtungen und die Tragfähigkeit der Anschlusspunkte besonders zu prüfen. Auch die veränderte Luftzirkulation im Balkonbereich ist planerisch zu berücksichtigen.
Systemarten und Ausführungsvarianten
Unterschieden werden rahmenlose und gerahmte Systeme sowie feste und öffenbare Ausführungen. Verbreitet sind Schiebeverglasungen, Dreh-Schiebe-Systeme und Faltanlagen, bei denen sich die Glasflügel seitlich parkieren lassen. Je nach Konzept können Fronten beweglich und Seitenfelder fest ausgebildet sein. Die Wahl des Glases, der Profile und der Dichtungen richtet sich nach Nutzung, Sicherheitsanforderungen, Exposition und gewünschter Transparenz.
Abgrenzung zu anderen Verglasungen
Innerhalb der Leistung Verglasungen beziehen sich Balkonverglasungen auf den Abschluss von Balkon- und Loggiabereichen. Sie unterscheiden sich von Isoliergläsern, die ein Glasprodukt beziehungsweise einen Glasaufbau bezeichnen, und von kittlosen, Profilglas- oder Shedverglasungen, die andere bauliche Anwendungen haben. Gegenüber Glasbaustein-Wänden oder Glasboden WOG stehen hier keine massiven transluzenten Bauteile oder begehbaren Glasflächen im Fokus, sondern transparente, meist öffenbare Abschlüsse. Von Zutritts- oder Türsystemen sind Balkonverglasungen ebenfalls zu trennen, auch wenn sie an Fenstertüren und Fassadenanschlüsse anschliessen.