Photovoltaik als Dachleistung
Im Kontext der Dächer ist Photovoltaik eine baulich integrierte oder aufgesetzte Lösung zur Nutzung der Gebäudehülle für die Stromproduktion. Technisch relevant sind die Befestigung der Module, die Lastabtragung in die Dachkonstruktion, die Führung von Kabeln sowie der Umgang mit Anschlüssen und Durchdringungen. Auf dem Dach muss die Anlage so ausgeführt werden, dass Regendichtheit, Hinterlüftung und Zugänglichkeit für Unterhalt berücksichtigt bleiben.
Typische Dachflächen und bauliche Voraussetzungen
Photovoltaik wird auf geneigten Dächern und auf Flachdächern eingesetzt. Die Eignung hängt unter anderem von Dachform, Ausrichtung, Verschattung, Zustand der Dachhaut und vorhandenen Aufbauten wie Lüftern, Oberlichtern oder Absturzsicherungen ab. Bei Bestandsbauten ist zusätzlich zu prüfen, wie sich die Anlage in die bestehende Dachkonstruktion und in allfällige Sanierungsarbeiten einfügt.
Ausführungen auf Steil- und Flachdächern
Auf Steildächern sind vor allem Aufdach- und Indachsysteme verbreitet. Aufdachlösungen werden über der bestehenden Eindeckung montiert, während Indachsysteme die Dachhaut in einem Teilbereich ersetzen und deshalb enger mit der Gebäudehülle verbunden sind. Auf Flachdächern kommen in der Regel aufgeständerte Systeme oder flach montierte Varianten zum Einsatz, abgestimmt auf Abdichtung, Entwässerung und Beschwerung beziehungsweise Befestigung.
Abgrenzung zu anderen Dacharbeiten
Photovoltaik unterscheidet sich von anderen Leistungen im Bereich Dächer dadurch, dass neben der Dachintegration auch die technische Einbindung einer Energieanlage berücksichtigt werden muss. Im Unterschied zu Dachrinnen und Regenrinnen steht nicht die Wasserführung im Vordergrund, sondern die nutzbare Belegung der Dachfläche. Ebenfalls abzugrenzen sind konstruktive Bauteile wie Vordächer oder Pergolen, die eigene Trag- und Schutzfunktionen haben und nicht mit einer dachintegrierten Solaranlage gleichzusetzen sind.