Fassadensysteme nach konstruktiver Art
Bei Fassaden nach Art wird die Gebäudehülle über das Fassadenprinzip beschrieben. Entscheidend ist also nicht, ob Glas, Metall oder Faserzement verwendet wird, sondern wie die Fassade aufgebaut ist und welche Funktion sie übernimmt. Eine Vorhangfassade ist beispielsweise als eigenständige, vor die Tragstruktur gesetzte Ebene konzipiert, während eine Medienfassade zusätzliche Anzeige- oder Lichtfunktionen integriert. Die Einteilung nach Art hilft vor allem dort, wo statische Anbindung, Haustechnik, Gestaltung und Betrieb bereits in einer frühen Planungsphase zusammen gedacht werden müssen.
Einsatzkontexte verschiedener Fassadenarten
Unterschiedliche Fassadenarten werden je nach Gebäudetyp und Nutzungsanforderung gewählt. Vorhangfassaden finden sich häufig bei Büro- und Verwaltungsbauten mit hohen Anforderungen an Transparenz und Rasterplanung. Blendfassaden kommen dort vor, wo eine vorgesetzte oder ergänzende Fassadenebene die äussere Erscheinung prägt oder Bestandsstrukturen überformt. Medienfassaden werden an Gebäuden eingesetzt, bei denen Information, Lichtinszenierung oder Sichtbarkeit Teil des Nutzungskonzepts sind. Photovoltaikfassaden eignen sich für Gebäudehüllen, bei denen neben Witterungsschutz und Gestaltung auch die Energiegewinnung in die Fassade integriert wird.
Typische Ausprägungen innerhalb der Kategorie
Blendfassaden überlagern die eigentliche Gebäudeaussenwand mit einer zusätzlichen Fassadenschicht und werden oft zur gestalterischen Neuordnung oder zur funktionalen Ergänzung eingesetzt. Vorhangfassaden bilden eine nichttragende Aussenhaut, die vor die Primärstruktur gehängt wird und vielfach mit Pfosten-Riegel- oder Elementsystemen verbunden ist. Medienfassaden erweitern die Hülle um digitale, beleuchtete oder kommunikative Komponenten; dabei müssen sowohl Sichtwirkung als auch Wartung und Ansteuerung berücksichtigt werden. Photovoltaikfassaden integrieren Solarmodule in die Gebäudehülle und verbinden Fassadenbau mit gebäudeintegrierter Energieerzeugung.
Abgrenzung zu Materialien, Sanierungen und Ausbauarbeiten
Die Einteilung nach Art unterscheidet sich von Fassaden nach Materialien, bei denen der Werkstoff im Vordergrund steht, etwa Glas, Metall oder Holz. Gegenüber Sanierungen beschreibt diese Kategorie nicht die Erneuerung eines bestehenden Zustands, sondern die systematische Art der Fassade selbst. Farbanstriche und Malerarbeiten betreffen in der Regel Oberflächenbehandlungen und nicht das Fassadensystem. Auch Sturzelemente sind Bauteile innerhalb einer Fassaden- oder Oeffnungskonstruktion, aber keine Fassadenart. Innerhalb der Hierarchie von Fassaden ist nach Art damit eine fachliche Gliederung nach Systemtyp und Funktionsweise.