Funktion von Kabeltrassen in elektrischen Installationen
Kabeltrassen nehmen Kabel auf, führen sie entlang geplanter Trassenverläufe und entlasten die Leitungen mechanisch. Sie dienen der geordneten Leitungsführung über längere Strecken und an Übergängen zwischen Verteilungen, Maschinen, Steigzonen oder Verbrauchern. Bei der Auslegung werden unter anderem Leitungsmenge, Platzbedarf, Befestigungspunkte, Zugänglichkeit und Umgebungsbedingungen berücksichtigt.
Typische Einsatzbereiche im Hochbau und in der Gebäudetechnik
Verwendet werden Kabeltrassen in Zweckbauten, Industrieanlagen, Technikzentralen, Untergeschossen, Parkings sowie in Erschliessungs- und Installationszonen. Sie kommen dort zum Einsatz, wo viele Leitungen gemeinsam geführt werden oder spätere Anpassungen der Installation möglich bleiben sollen. Auch auf Hauptwegen zwischen Hauptverteilung, Unterverteilungen und technischen Anlagen sind Kabeltrassen ein übliches Führungsmittel.
Bauarten und Ausführungen von Kabeltrassen
Je nach Projekt werden unterschiedliche Tragsysteme eingesetzt, etwa gelochte oder ungelochte Trassen, Gittertrassen oder schwerere Ausführungen für höhere Lasten. Auswahl und Dimensionierung richten sich nach Kabeltyp, Belegungsgrad, Spannweiten, Formstücken und der vorgesehenen Montage an Wand, Decke oder Tragkonstruktion. In anspruchsvollen Umgebungen werden zudem Material und Oberflächenschutz auf Korrosion, Feuchtigkeit oder andere Einflüsse abgestimmt.
Abgrenzung zu Kabeln, Kabelkanälen und Kabelkennzeichnung
Kabeltrassen sind keine Leitungen selbst, sondern deren Tragsystem. Gegenüber Kabelkanälen sind sie in der Regel offener aufgebaut und für zugängliche Installationsbereiche mit sichtbarer oder technischer Leitungsführung vorgesehen. Von der Kabelkennzeichnung unterscheiden sie sich dadurch, dass sie die physische Führung und Lagerung der Kabel übernehmen, während Kennzeichnungen der Identifikation und Zuordnung dienen.