Technische Funktion von Kaminen
Ein Kamin führt Abgase vom angeschlossenen Wärmeerzeuger kontrolliert aus dem Gebäude. Zur technischen Ausführung gehören je nach System der Schacht oder das Tragwerk, das Innenrohr, Anschlüsse, Reinigungsöffnungen sowie der Austritt über Dach. Die geeignete Lösung hängt unter anderem davon ab, ob trockene oder feuchte Abgase anfallen, wie korrosiv das Medium ist und ob Unterdruck- oder Überdruckbetrieb vorliegt.
Einsatzbereiche im Hochbau
Kamine werden in Wohnbauten, Mehrfamilienhäusern, Gewerbebauten und Zweckbauten eingesetzt, wenn Feuerungsanlagen eine definierte Abgasführung benötigen. Typische Anwendungen sind Heizkessel, Pellet- und Holzfeuerungen sowie einzelne Feuerstätten. Im Bestand entstehen Anforderungen oft bei Heizungsersatz, Nutzungsänderungen oder dann, wenn ein vorhandener Kamin den heutigen betrieblichen Anforderungen nicht mehr entspricht.
Ausführungen, Materialien und Sanierung
Zu den gängigen Ausprägungen gehören Stahlkamine, Schamottekamine und je nach Abgascharakteristik auch Kunststoffkamine. Für grössere Anlagen kommen Grosskamine infrage, während bei sichtbaren architektonischen Lösungen auch Glaskamine vorkommen. Bestehende Schächte lassen sich mit Sanierungskaminen an neue Anforderungen anpassen; Kaminsanierungen betreffen dabei etwa das Einziehen neuer Innenrohre oder die Erneuerung einzelner Bauteile. Ergänzend umfasst Kamin Zubehör zum Beispiel Revisions- und Anschlusskomponenten.
Abgrenzung zu Abgasleitungen und verwandten Leistungen
Kamine unterscheiden sich von Abgasleitungen durch ihre Funktion im System: Die Abgasleitung verbindet den Wärmeerzeuger mit dem vertikalen Abgasweg, der Kamin übernimmt die eigentliche Führung bis über Dach. Brandabschottungen betreffen den baulichen Brandschutz an Durchdringungen, sind aber nicht selbst Teil des Kaminsystems. Schalldämpfer, Vibrationsdämpfer oder spezielle Bauteile wie Gusstüren und Russtüren können in Gesamtanlagen relevant sein, ersetzen jedoch keinen Kamin.