Regelprinzip am einzelnen Heizkörper
Ein Heizkörperthermostat besteht in der Regel aus Thermostatkopf und passendem Ventil. Der Thermostatkopf reagiert auf die Umgebungstemperatur und verändert die Ventilstellung, sodass mehr oder weniger Heizwasser durch den Heizkörper strömt. Damit wird nicht die gesamte Heizungsanlage gesteuert, sondern nur die Wärmeabgabe des einzelnen Heizkörpers im jeweiligen Raum. Die Regelung erfolgt lokal und raumbezogen.
Einsatz in Gebäuden mit Heizkörpern
Heizkörperthermostate werden in Gebäuden eingesetzt, in denen Räume über Heizkörper beheizt werden. Typische Anwendungen sind Mehrfamilienhäuser, Bürobauten, Schulen, Verwaltungsgebäude und Sanierungsobjekte mit bestehender Radiatorheizung. Sie dienen dazu, unterschiedliche Nutzungsprofile einzelner Räume abzubilden, etwa bei Besprechungszimmern, Korridoren oder selten genutzten Nebenräumen. Im Bestand ist oft die Kompatibilität mit vorhandenen Ventilen und Anschlüssen zu prüfen.
Mechanische und elektronische Ausführungen
Verbreitet sind mechanische Heizkörperthermostate mit manuell einstellbarer Skala. Daneben gibt es elektronische Ausführungen mit Anzeige, Zeitprogrammen oder Anbindung an übergeordnete Systeme. Je nach Produkt sind Funktionen wie Temperaturbegrenzung, Frostschutz oder Sperrmöglichkeiten für öffentliche und halböffentliche Bereiche vorgesehen. Bei der Auswahl sind Bauform, Anschluss, Bedienkonzept und die Eignung für die vorhandene Ventiltechnik massgebend.
Abgrenzung zu Heizungssteuerungen und Verbrauchserfassung
Heizkörperthermostate sind von Heizungssteuerungen und heizungsseitigen Regelungen zu unterscheiden. Eine Heizungssteuerung oder eine thermostatische Heizungsregelung wirkt auf die Anlage oder auf ganze Heizkreise, etwa über Vorlauftemperaturen und Betriebszeiten. Heizkörperthermostate regeln hingegen nur den einzelnen Wärmeabgabepunkt im Raum. Ebenfalls abzugrenzen sind Heizkostenverteiler und Heizkostenabrechnungen: Diese erfassen oder verteilen Verbräuche, übernehmen aber keine Regelungsfunktion.