Aufgabe der Rohrleitungen in der kontrollierten Wohnungslüftung
Im Bereich der kontrollierten Wohnungslüftung übernehmen Rohrleitungen den Lufttransport innerhalb des Gebäudes. Je nach Leitungsabschnitt führen sie Aussenluft zum Gerät, verteilen aufbereitete Zuluft in Aufenthaltsräume, sammeln Abluft aus Feuchträumen oder leiten Fortluft nach draussen. Eine dichte Ausführung, passende Querschnitte und eine Leitungsführung mit möglichst wenigen unnötigen Umlenkungen sind für den Betrieb des Systems relevant.
Leitungsführung im Wohnbau und bei Umbauten
In Wohnbauten werden Rohrleitungen typischerweise in Decken, Installationszonen, Schächten, Vorwänden oder abgehängten Bereichen geführt. Die Trassen müssen früh mit Tragwerk, Sanitär, Elektro und Innenausbau abgestimmt werden, weil Durchbrüche, Aufbauhöhen und Revisionspunkte begrenzt sind. Bei Umbauten sind häufig kompakte Leitungswege gefragt, damit die Luftverteilung trotz knapper Platzverhältnisse erhalten bleibt.
Blechrohrleitungen und Kunststoffrohrleitungen
Zu den gebräuchlichen Ausführungen gehören Blechrohrleitungen und Kunststoffrohrleitungen. Blech wird oft für klassische Kanalführungen und Technikbereiche eingesetzt, während Kunststoff in kompakten Verteilnetzen im Wohnungsbau verbreitet ist. Welche Ausführung geeignet ist, hängt unter anderem von der Einbausituation, den verfügbaren Querschnitten, der Verbindungstechnik und den Anforderungen an Reinigung und Zugänglichkeit ab.
Abgrenzung zu Luftauslässen, Geräten und Fensterlüftung
Rohrleitungen sind innerhalb der Hierarchie ein Teil der kontrollierten Wohnungslüftung und nicht das gesamte Lüftungssystem. Im Unterschied zu Luftauslässen transportieren sie die Luft im Gebäude, während Luftauslässe die Übergabepunkte in den Räumen bilden. Gegenüber Wärmerückgewinnungsgeräten oder Lösungen mit Wärmepumpen übernehmen Rohrleitungen keine thermische Aufbereitung der Luft, sondern deren Verteilung. Anders als Fensterlüftungs-Systeme setzen sie auf ein fest installiertes Leitungsnetz.