Funktionsprinzip in der kontrollierten Wohnungslüftung
Die Wärmepumpe nutzt die in der Abluft enthaltene Restwärme als Energiequelle. Dazu entzieht ein Verdampfer der abgeführten Raumluft Wärme auf niedrigem Temperaturniveau, die anschliessend über den Kältekreislauf auf ein höheres Temperaturniveau gebracht wird. Die nutzbare Wärme wird dann an ein Heizsystem, einen Speicher oder in bestimmten Konzepten an die Zuluft abgegeben. Die Lüftungsfunktion und die Wärmebereitstellung sind dabei technisch gekoppelt, aber nicht identisch.
Typische Einsatzbereiche in Wohngebäuden
Solche Systeme kommen vor allem in Wohnbauten mit kontrollierter Wohnungslüftung zum Einsatz, wenn die Abluft energetisch weiter genutzt werden soll. Häufig finden sie sich in Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und kompakten Mehrfamilienhauslösungen. Besonders relevant sind sie dort, wo Lüftung, Heizung und teilweise Warmwasserbereitung aufeinander abgestimmt geplant werden. Die konkrete Auslegung hängt vom Gebäude, vom Lüftungskonzept und vom gewünschten Nutzungsumfang der Wärmepumpe ab.
Systemformen und technische Ausprägungen
Im Wohnbau gibt es sowohl integrierte Kompaktgeräte als auch Anlagen, bei denen Lüftung und Wärmepumpe als getrennte Komponenten ausgeführt sind. Je nach Konzept arbeitet die Wärmepumpe nur mit der Abluft oder in Kombination mit weiteren Wärmequellen. Unterschiede bestehen auch darin, ob primär die Zuluft temperiert wird oder ob die gewonnene Wärme an das Heiz- oder Warmwassersystem abgegeben wird. Für die Planung sind unter anderem Luftmengen, Temperaturniveaus, Geräteeinbau, Kondensatführung und die Abstimmung mit der Gebäudetechnik relevant.
Abgrenzung zu verwandten Leistungen
Innerhalb der kontrollierten Wohnungslüftung ist diese Leistung von klassischen Wärmerückgewinnungsgeräten zu unterscheiden, die Wärme meist direkt über einen Wärmetauscher zwischen Abluft und Zuluft übertragen. Wärmerückgewinnung mit Wärmepumpen geht darüber hinaus, weil sie die Abluftwärme aktiv auf ein höheres Temperaturniveau anheben kann. Sie ist auch nicht mit Fensterlüftungs-Systemen gleichzusetzen, die auf andere Luftführungsprinzipien setzen. Luftauslässe und Rohrleitungen sind notwendige Bauteile der Luftverteilung, aber keine eigenständigen Verfahren zur energetischen Nutzung der Abluft.