Feuchtigkeitsentzug in der Druckluftaufbereitung
Beim Verdichten steigt zunächst die Temperatur der Luft, gleichzeitig bleibt der enthaltene Wasserdampf im System. Kühlt die Druckluft später ab, fällt Feuchtigkeit als Kondensat an. Drucklufttrockner senken den Feuchtegehalt so weit, dass der gewünschte Drucktaupunkt erreicht wird. Sie sind damit Teil der Aufbereitung innerhalb einer Druckluftanlage und werden meist mit Filtration und Kondensatableitung kombiniert.
Einsatz bei Leitungsnetzen, Pneumatik und Prozessluft
Drucklufttrockner werden dort eingesetzt, wo Feuchtigkeit in der Druckluft technische Probleme verursachen kann. Dazu gehören pneumatische Steuerungen, Werkzeuge, Zylinder, Mess- und Regeltechnik sowie Leitungsnetze mit wechselnden Temperaturen. Auch bei Aussenleitungen oder bei Anlagen in kühleren Umgebungen ist trockene Druckluft relevant, weil sich sonst Kondensat oder im ungünstigen Fall Eis bilden kann. Je empfindlicher der angeschlossene Prozess ist, desto genauer wird der geforderte Trocknungsgrad festgelegt.
Gängige Bauarten und Auswahlkriterien
Zu den verbreiteten Bauarten zählen Kältetrockner, Adsorptionstrockner und Membrantrockner. Kältetrockner arbeiten mit Abkühlung der Druckluft und sind für viele allgemeine Anwendungen geeignet. Adsorptionstrockner erreichen tiefere Drucktaupunkte und werden eingesetzt, wenn besonders trockene Luft gefordert ist. Membrantrockner kommen vor allem bei kleineren Volumenströmen oder speziellen Einbausituationen vor. Für die Auswahl sind unter anderem Volumenstrom, Betriebsdruck, Lastprofil, gewünschter Drucktaupunkt und die Einbindung in die bestehende Aufbereitung massgebend.
Abgrenzung zu Kompressoren, Leitungen und Messkomponenten
Innerhalb der Hierarchie gehören Drucklufttrockner zur übergeordneten Leistung Druckluft, genauer zur Aufbereitung der erzeugten Luft. Im Unterschied zu Kompressoren erzeugen sie keine Druckluft, sondern behandeln sie nach der Verdichtung. Gegenüber Druckluftleitungen und Armaturen übernehmen sie keine Verteilung oder Absperrung, sondern die gezielte Trocknung des Mediums. Von Messinstrumenten, Druckkontakten und Pressostaten unterscheiden sie sich ebenfalls klar, da diese Druckzustände erfassen oder schalten, aber keine Feuchtigkeit aus der Luft entfernen.