Konstruktion mit Blähton-Leichtbeton
Bei Blähtonnasszellen kommen vorgefertigte Bauteile mit Blähton als Zuschlag oder Basis des Konstruktionsaufbaus zum Einsatz. Daraus entstehen raumbildende Elemente für Boden, Wände und je nach System auch für tragende Bereiche. Abdichtungen, Leitungsführungen, Oberflächen und Sanitärapparate können bereits im Werk integriert werden. Die Nasszelle wird dadurch nicht erst auf der Baustelle Schicht für Schicht aufgebaut, sondern als industriell hergestellte Einheit geplant und montiert.
Typische Einsatzbereiche bei wiederkehrenden Grundrissen
Blähtonnasszellen werden vor allem dort eingesetzt, wo viele gleichartige Bäder oder WC-Räume in einem Projekt vorkommen. Typische Kontexte sind Wohnheime, Hotels, Gesundheitsbauten, Personalunterkünfte oder mehrgeschossige Wohnbauten mit standardisierten Nassräumen. Die Vorfertigung erleichtert einen getakteten Bauablauf und reduziert die Zahl der einzelnen Ausbaugewerke innerhalb der Nasszelle. Auch bei Umbauten kann die Lösung relevant sein, sofern Erschliessung, Tragwerk und Einbringung dies zulassen.
Ausbaugrad, Schnittstellen und Projektplanung
Blähtonnasszellen unterscheiden sich im Ausbaugrad. Je nach System werden sie als vollständig ausgerüstete Module mit Apparaten, Armaturen, Beleuchtung und fertigen Oberflächen geliefert oder mit definierten Restarbeiten für die Baustelle. Für die Planung sind insbesondere Transportabmessungen, Gewichte, Einhebepunkte, Anschlüsse für Sanitär, Elektro und Lüftung sowie die Toleranzen an der Schnittstelle zum Rohbau relevant. Ebenfalls zu klären sind Revisionsmöglichkeiten, Schallschutzanforderungen und die Anbindung an Steigzonen und Installationsschächte.
Abgrenzung zu anderen Nasszellen-Systemen
Innerhalb der übergeordneten Leistung Nasszellen bilden Blähtonnasszellen eine mineralisch geprägte Ausführung. Edelstahlnasszellen arbeiten mit metallischen Innenflächen und werden häufig dort betrachtet, wo robuste und reinigungsfreundliche Oberflächen gefragt sind. Polyesternasszellen und PUR-Nasszellen basieren dagegen auf polymeren Werkstoffen beziehungsweise leichten Sandwichaufbauten. Blähtonnasszellen unterscheiden sich von diesen Geschwisterleistungen durch ihren materialbedingten Aufbau und ihre Nähe zu massiven, mineralischen Bauweisen.