Funktion von Sicherheitsventilen in Drucksystemen
Ein Sicherheitsventil ist für den Störfall ausgelegt. Es bleibt im Normalbetrieb geschlossen und spricht erst an, wenn der zulässige Druck überschritten wird. Dadurch wird Medium kontrolliert abgeführt, bis sich der Druck wieder in einem sicheren Bereich befindet. Massgebend sind dabei die Auslegung des Systems, das Medium, die Druckverhältnisse sowie die sichere Ableitung des austretenden Mediums.
Typische Einbauorte in Sanitär- und Pumpenanlagen
Sicherheitsventile werden dort eingesetzt, wo Druck durch Erwärmung, Pumpenbetrieb, Absperrungen oder Fehlfunktionen ansteigen kann. Typische Anwendungsbereiche sind druckbeaufschlagte Wassersysteme, Warmwasseranlagen, Speicher, geschlossene Teilkreise und technische Apparate innerhalb von Gebäuden. In Pumpenanlagen kommen sie vor allem dann in Betracht, wenn Druckspitzen oder unzulässige Betriebszustände nicht allein durch die Regelung beherrscht werden.
Auslegungskriterien und technische Ausprägungen
Für die Auswahl sind unter anderem Ansprechdruck, Medium, Temperaturbereich, Werkstoff, Anschlussart und Abblaseleistung relevant. Je nach Einsatzfall unterscheiden sich Bauformen, Dichtprinzipien und Anschlusslösungen. Ebenso ist zu prüfen, ob das Ventil für flüssige Medien, für besondere Betriebsbedingungen oder für kompakte Apparateanbindungen vorgesehen ist. Die Auslegung bezieht sich immer auf die konkrete Anlage und nicht nur auf den Nenndurchmesser der Leitung.
Abgrenzung zu anderen Ventilen innerhalb der Hierarchie
Innerhalb der Leistung Ventile sind Sicherheitsventile klar von regelnden oder absperrenden Armaturen zu unterscheiden. Druckreduzierventile senken einen zu hohen Eingangsdruck im laufenden Betrieb auf einen gewünschten Ausgangswert, während Sicherheitsventile nur bei Überdruck ansprechen. Membranventile dienen primär der Absperrung oder Regelung des Mediums, Mischventile dem Zusammenführen oder Temperieren von Strömen. In der Hierarchie von Pumpenanlagen übernehmen Sicherheitsventile damit eine reine Schutzfunktion.