Was Humus als Erdbau-Material ausmacht
Humus ist ein Oberboden mit hohem Anteil an organischer Substanz. Typisch sind eine lockere Struktur, eine dunklere Farbe und die Eignung als Wurzelraum für Pflanzen. Im Unterschied zu mineralisch geprägten Materialien verändert sich Humus unter Belastung, Feuchtigkeit und biologischen Prozessen deutlich stärker. Im Tiefbau wird er deshalb nicht nach denselben Gesichtspunkten beurteilt wie Schotter, Sand oder bindige Böden.
Einsatz von Humus bei Rekultivierung und Begrünung
Humus wird eingesetzt, wenn nach Erdarbeiten wieder eine bewuchsfähige Oberfläche hergestellt werden soll. Typische Anwendungen sind Böschungen, Grünflächen entlang von Verkehrswegen, Ausgleichsflächen, Geländeprofilierungen und die Wiederherstellung land- oder landschaftlich genutzter Flächen. Auch bei Zwischennutzungen oder provisorisch offenen Flächen kann Humus als abschliessende Oberbodenschicht vorgesehen sein.
Gewonnener, gelagerter und aufbereiteter Humus
Im Bauablauf fällt Humus meist beim Abtrag des bestehenden Oberbodens an. Dieses Material wird getrennt von Unterboden und mineralischem Aushub behandelt, weil seine Funktion an die organische Zusammensetzung gebunden ist. Je nach Herkunft und späterem Verwendungszweck kann Humus direkt wieder eingebaut, zwischengelagert oder vor dem Einbau aufbereitet werden, etwa durch Aussortieren grober Fremdstoffe. Die Qualität hängt stark vom Standort, vom Feuchtegehalt und von der Durchmischung mit anderen Bodenarten ab.
Abgrenzung zu Erde, Lehm, Sand und Schotter
Humus ist kein Sammelbegriff für beliebige Erde, sondern bezeichnet gezielt den organikreichen Oberboden. Gegenüber Erde ist der Begriff enger und stärker an die Nutzung als bewuchsfähige Deckschicht gebunden. Lehm und Ton sind bindige, überwiegend mineralische Böden, Sand und Schotter dienen eher als Schütt-, Tragschicht- oder Bettungsmaterial, und Gestein ist Ausgangsmaterial für gebrochene oder ungebrochene Körnungen. Innerhalb der Hierarchie der Erdbau-Materialien steht Humus damit für die Oberbodenschicht, nicht für konstruktive oder tragende Einbaubereiche.