Was Lehm im Erdbau kennzeichnet
Lehm gehört zu den natürlichen Bodenmaterialien mit gemischter Kornzusammensetzung. Durch den Anteil an Feinbestandteilen zeigt er ein anderes Verhalten als nichtbindige Materialien wie Sand oder Schotter: Er reagiert stärker auf Feuchtigkeit, ist formbarer und lässt sich nicht unter allen Bedingungen gleich gut lösen, transportieren und verdichten. Für die technische Beurteilung sind deshalb unter anderem Lagerung, Konsistenz und Wassergehalt relevant.
Typische Verwendung als Aushub- und Einbaumaterial
Lehm fällt im Tiefbau häufig beim Aushub von Gräben, Baugruben oder Geländeabträgen an. Je nach Beschaffenheit kann er für Auffüllungen, Modellierungen, Dammkörper oder Hinterfüllungen in Frage kommen, wenn die Anforderungen an Tragverhalten und Feuchteempfindlichkeit erfüllt sind. Ob ein anstehender Lehm wiederverwendet oder abgeführt wird, richtet sich nach dem vorgesehenen Einbau, den Platzverhältnissen auf der Baustelle und den bodenmechanischen Vorgaben des Projekts.
Einfluss von Feuchtigkeit, Lagerung und Verdichtung
Bei Lehm verändert sich die Verarbeitbarkeit oft deutlich mit dem Wassergehalt. Zu nasses Material kann sich beim Einbau ungünstig verhalten, zu trockenes Material kann je nach Zusammensetzung schwer gleichmässig verdichtet werden. Auch die Zwischenlagerung auf der Baustelle ist relevant, weil Niederschlag und Durchmischung die Eigenschaften verändern können. Deshalb wird Lehm im Erdbau meist nicht nur als Materialmenge, sondern immer in Verbindung mit seinem Zustand betrachtet.
Abgrenzung zu Erde, Ton, Sand und Humus
Lehm ist kein Sammelbegriff für beliebige Erde, sondern eine konkretere Bodenart mit gemischten Fein- und Grobanteilen. Gegenüber Ton ist Lehm in der Regel weniger einheitlich fein und enthält mehr Sand- oder Schluffanteile. Von Sand und Schotter unterscheidet er sich durch sein bindigeres Verhalten und seine höhere Feuchteabhängigkeit. Humus ist wegen organischer Bestandteile gesondert zu betrachten und fachlich nicht mit Lehm gleichzusetzen.