Was beim grabenlosen Kanalbau ausgeführt wird
Im grabenlosen Kanalbau werden Leitungen für Schmutz-, Misch- oder Regenwasser unterirdisch eingebracht, ohne die gesamte Strecke offen auszuheben. Je nach Aufgabe kann es sich um die Neuverlegung, den Ersatz einer Haltung oder die Querung eines Hindernisses handeln. Die Ausführung erfolgt mit Vortriebs- oder Bohrverfahren, die auf Trasse, Tiefe und Bodenverhältnisse abgestimmt werden.
Typische Einsatzsituationen im Kanalnetz
Das Verfahren eignet sich besonders für Abschnitte unter Strassen, Gleisanlagen, Gewässern oder dicht bebauten Bereichen. Auch bei grossen Tiefen oder sensiblen Oberflächen kann eine grabenlose Ausführung zweckmässig sein. Im kommunalen und industriellen Kanalbau wird sie genutzt, wenn bestehende Nutzung, Zufahrt oder Oberflächenbeläge möglichst erhalten bleiben sollen.
Verfahrensarten und planerische Randbedingungen
Zum grabenlosen Kanalbau gehören unterschiedliche gesteuerte und ungesteuerte Verfahren. Die Wahl hängt unter anderem von Leitungsdurchmesser, Streckenlänge, Gefälle, Bodenaufbau, Grundwasser und vorhandenen Werkleitungen ab. Vor der Ausführung werden deshalb Trasse, Schachtlage, Baugrund und Anschlusssituation geprüft, damit das Verfahren zur konkreten Kanalaufgabe passt.
Abgrenzung zu offenem Kanalbau, Sanierung und Inspektion
Im Unterschied zum offenen Kanalbau wird die Leitung nicht über die gesamte Länge freigelegt. Von der Sanierung unterscheidet sich grabenloser Kanalbau dadurch, dass nicht nur ein bestehender Kanal instand gesetzt wird, sondern eine Leitung unterirdisch hergestellt oder ersetzt wird. Gegenüber der Inspektion und der Dichtheitsprüfung steht hier die bauliche Erstellung im Vordergrund, nicht die Zustandsaufnahme oder Kontrolle.