Was bei einer Dichtheitsprüfung geprüft wird
Geprüft wird, ob ein abgegrenzter Leitungs- oder Schachtabschnitt die geforderte Dichtheit einhält. Dazu wird das Prüfobjekt verschlossen und mit einem Prüfmedium beaufschlagt. Bewertet werden je nach Verfahren beispielsweise Druckänderungen oder die erforderliche Wassernachspeisung. Das Ergebnis wird in der Regel für den betreffenden Abschnitt protokolliert.
Typische Anlässe im Kanalbau
Dichtheitsprüfungen werden häufig bei Neubauten, nach Instandsetzungen oder nach Sanierungsarbeiten durchgeführt. Sie kommen auch zum Einsatz, wenn Undichtigkeiten vermutet werden, etwa bei Fremdwasserzutritt oder bei Austritten in den Untergrund. In Bestandsnetzen dienen sie zudem der gezielten Zustandsabklärung einzelner Leitungen, Anschlüsse oder Schächte.
Prüfobjekte und Verfahrensarten
Geprüft werden können Haltungen, Anschlussleitungen, Kontrollschächte und je nach Aufbau weitere Entwässerungsbauteile. Üblich sind Prüfungen mit Luft oder Wasser; welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem vom Bauteil, von der Zugänglichkeit und vom Zustand der Anlage ab. Vor der Prüfung ist oft eine Reinigung nötig, damit Verschlüsse dicht sitzen und das Ergebnis nicht durch Ablagerungen verfälscht wird.
Abgrenzung zu Inspektion, Reinigung und Sanierung
Die Dichtheitsprüfung ist ein Nachweisverfahren und keine bauliche Massnahme. Sie unterscheidet sich von der Inspektion, die Schäden und Verlauf sichtbar macht, aber die Dichtheit nicht allein belegt. Von der Reinigung grenzt sie sich dadurch ab, dass sie nicht der Beseitigung von Ablagerungen dient, und von der Sanierung dadurch, dass sie keine Undichtigkeiten behebt. Im Unterschied zu offenem oder grabenlosem Kanalbau beschreibt sie keine Bauweise, sondern eine technische Prüfung innerhalb der kanalbaulichen Dienstleistungen.