Funktionsprinzip von Lufthebemaschinen
Beim Lufthebeverfahren wird Druckluft in ein Steigrohr oder ein vergleichbares Fördersystem eingeleitet. Durch die veränderte Dichte im Rohr entsteht ein Aufstrom, der Flüssigkeit und gelöstes Bohrgut aus dem Bohrloch nach oben transportiert. So lässt sich Material aus der Bohrung entfernen, ohne dass es nur mechanisch ausgehoben werden muss. Die Maschine ist deshalb nicht allein für den Bohrfortschritt relevant, sondern besonders für die kontrollierte Förderung und Räumung des Bohrlochinhalts.
Einsatz bei tiefen und fluessigkeitsgestützten Bohrungen
Lufthebemaschinen werden vor allem dort eingesetzt, wo Bohrlöcher gross, tief oder mit Wasser beziehungsweise Stützflüssigkeit gefüllt sind. Typische Anwendungen liegen im Spezialtiefbau, wenn Bohrgut aus verrohrten oder fluessigkeitsgestützten Bohrungen zuverlässig entfernt werden muss. Das betrifft etwa Gründungsbohrungen, bei denen ein sauberer Bohrlochgrund für den weiteren Bauablauf erforderlich ist. Auch bei anspruchsvollen Bodenverhältnissen kann die laufende Räumung des Bohrlochs verfahrenstechnisch notwendig sein.
Maschinenausführung und verfahrenstechnische Komponenten
Ausführungen von Lufthebemaschinen unterscheiden sich vor allem durch Trägergerät, Rohrsystem, Luftversorgung und die Einbindung in den gesamten Bohrprozess. In der Praxis sind Lufthebeeinrichtungen oft Teil einer grösseren Bohranlage und werden mit weiteren Komponenten für Verrohrung, Spülung oder Stützmedien kombiniert. Entscheidend ist die Abstimmung auf Bohrtiefe, Bohrdurchmesser, Bodenart und die anfallende Menge an Bohrgut. Ob eine Maschine als eigenständige Speziallösung oder als Ergänzung zu einer vorhandenen Bohranlage eingesetzt wird, hängt vom Verfahren und vom Baugrund ab.
Abgrenzung zu Kelly-, Greifer- und anderen Bohrmaschinen
Innerhalb der Hierarchie gehört die Leistung zu den Bohrmaschinen im Spezialtiefbau. Im Unterschied zu Kellybohrmaschinen, Endlosschneckenmaschinen oder Vollverdrängermaschinen steht bei Lufthebemaschinen nicht ein bestimmtes Bohrwerkzeug im Vordergrund, sondern die Förderung des Bohrguts mittels Druckluft. Gegenüber Greifern erfolgt die Materialentnahme nicht taktweise mit einem Aushubwerkzeug, sondern kontinuierlich über ein Fördersystem im Bohrloch. Imlochhammer und Doppelkopfmaschinen sind dagegen Verfahren für den eigentlichen Bohrangriff in bestimmten Boden- und Felsbedingungen, während Lufthebemaschinen primär die Räumung und Reinigung der Bohrung unterstützen.