Funktion und Aufbau von EMV-Abschirmungsschläuchen
Ein EMV-Abschirmungsschlauch umgibt Leitungen mit einer leitfähigen oder abschirmenden Hülle. Dadurch kann die Einkopplung von Störungen in Signalleitungen verringert und die Abstrahlung von elektromagnetischen Feldern nach aussen begrenzt werden. Entscheidend ist nicht nur das Schlauchmaterial, sondern auch die fachgerechte Einbindung in das jeweilige Schirm- und Erdungskonzept. In vielen Anwendungen wird der Schlauch deshalb zusammen mit passenden Anschluss- oder Kontaktierungslösungen eingesetzt.
Typische Einsatzsituationen in Elektrotechnik und Anlagenbau
Abschirmungsschläuche EMV werden in Schaltschränken, Maschinen, Automationsanlagen, Messsystemen und bei Verdrahtungen mit empfindlichen Signalen verwendet. Sie sind besonders relevant, wenn Leistungsleitungen, Motoransteuerungen, Taktgeber oder andere Störquellen nahe an Daten-, Sensor- oder Steuerleitungen geführt werden. Auch bei Nachrüstungen kommen sie vor, wenn bestehende Leitungen nicht vollständig ersetzt, aber gezielt zusätzlich abgeschirmt werden sollen.
Bauformen, Konfektionierung und Auswahlkriterien
Erhältlich sind Abschirmungsschläuche EMV in unterschiedlichen Durchmessern, Flexibilitäten und Konstruktionsformen, etwa als geschlossene oder geschlitzte Ausführung. Je nach Einbausituation sind Biegeradius, Abriebfestigkeit, Temperaturverhalten und die Möglichkeit einer sauberen 360-Grad-Kontaktierung relevant. Bei der Auswahl ist zudem zu prüfen, ob einzelne Adern, komplette Kabel oder ganze Leitungsbündel abgeschirmt werden sollen und ob die Lösung für konfektionierte Leitungen oder für die Montage im Feld vorgesehen ist.
Abgrenzung zu Schutzschläuchen, Elektrorohren und anderen Zubehörteilen
Innerhalb des Zubehörs der Elektrotechnik unterscheiden sich EMV-Abschirmungsschläuche klar von reinen Isolier- oder Schutzschläuchen: Diese schützen vor Abrieb, Knicken oder Berührung, erfüllen aber nicht automatisch eine elektromagnetische Schirmfunktion. Gegenüber Elektrorohren sind Abschirmungsschläuche meist flexibler und auf die Schirmung einzelner Leitungsabschnitte oder Bündel ausgelegt. Von Abschirmlacken unterscheiden sie sich dadurch, dass sie Leitungen umhüllen statt Flächen zu beschichten. Sie ergänzen auch Steckverbinder, Klemmen oder Frequenzumrichter, ersetzen diese jedoch nicht.