Was unter Instandhaltung und Anlagenmanagement zu verstehen ist
Die Leistung verbindet technische, organisatorische und wirtschaftliche Aspekte der Anlagenbewirtschaftung. Dazu gehören die Erfassung von Anlagenbeständen, die Beurteilung von Zuständen, die Definition von Wartungs- und Inspektionsintervallen, die Priorisierung von Massnahmen sowie die Planung von Ersatz- und Erneuerungsinvestitionen. Anlagenmanagement betrachtet dabei nicht nur einzelne Aggregate, sondern den Zusammenhang zwischen Bauwerken, Maschinen, Elektrotechnik, Mess- und Regeltechnik sowie Betriebsabläufen.
Typische Einsatzbereiche in Abwasser-, Schlamm- und Wasseranlagen
Angewendet wird die Leistung bei Kläranlagen, Pumpwerken, Regenbecken, Wasseraufbereitungsanlagen, Leitungsinfrastrukturen und verfahrenstechnischen Teilanlagen. Sie ist relevant, wenn bestehende Anlagen unvollständig dokumentiert sind, Ausfälle zunehmen, Ersatzinvestitionen vorbereitet werden oder der Unterhalt stärker nach Risiko und Zustand gesteuert werden soll. Auch für anlagenintensive Prozessschritte wie Schlammtrocknung und Schlammverbrennung sowie für organisatorische Themen wie Sammlung und Transport kann ein strukturiertes Anlagenmanagement erforderlich sein.
Leistungsinhalte von der Zustandsbewertung bis zur Werterhaltungsplanung
Je nach Aufgabe reicht der Umfang von einzelnen Zustandsanalysen bis zu umfassenden Asset-Management-Konzepten. Typische Bausteine sind Anlageninventar, Kritikalitätsbewertung, Unterhaltskonzepte, Ersatzteil- und Dokumentationsmanagement, Datenstrukturen für Instandhaltungssysteme sowie mehrjährige Werterhaltungsplanung. Werterhaltungsplanung ordnet notwendige Massnahmen zeitlich und finanziell, damit Unterhalt, Erneuerung und Ausbau nachvollziehbar aufeinander abgestimmt werden können.
Abgrenzung zu Analyse, Automatisierung und Kanalmanagement
Im Unterschied zu Analyse und Überwachung liegt der Schwerpunkt hier nicht auf Messwerten oder laufender Kontrolle von Umwelt- und Prozessparametern, sondern auf dem technischen Erhalt der Anlagen. Gegenüber Automatisierungssystemen und Prozessleitsystemen steht nicht die Steuerungstechnik selbst im Vordergrund, sondern deren Einbindung in Unterhalts- und Erneuerungsstrategien. Von Kanalmanagement und Leitungsmanagement grenzt sich die Leistung durch den breiteren Blick auf gesamte Anlagen und Standorte ab, auch wenn Leitungsanlagen Teil des Bestands sein können.