Funktion von Gasbehältern in der Gasverwertung
Ein Gasbehälter nimmt Gas aus einem Erzeugungsprozess auf und stellt es nachgelagerten Anlagenteilen bedarfsgerecht zur Verfügung. Dadurch lassen sich ungleichmässige Gasmengen ausgleichen, etwa zwischen Faulbehälter, Gasreinigung, Verdichtung und Verwertung. Im Gegensatz zu reinen Transportkomponenten dient der Behälter nicht dem Fördern des Gases, sondern der kontrollierten Zwischenhaltung innerhalb des Gesamtsystems.
Einsatz in Abwasser- und Schlammbehandlungsanlagen
Typische Anwendungen liegen im Bereich von Klärgas und anderen prozessbedingt anfallenden Gasen. Gasbehälter werden in der Regel zwischen Gasentstehung und Verbrauchern wie Fackel, Kessel oder Blockheizkraftwerk eingebunden. Sie überbrücken Lastwechsel, Wartungsphasen einzelner Aggregate und kurzzeitige Unterschiede zwischen Gasproduktion und Gasabnahme.
Bauformen und technische Auslegung
Gasbehälter werden je nach Anlagenkonzept als eigenständige Bauwerke oder als integrierte Speicherlösung ausgeführt. Für die Auslegung sind unter anderem Speichervolumen, zulässige Betriebsbedingungen, Gaszusammensetzung, Kondensatbildung und Werkstoffbeständigkeit relevant. Im Betrieb werden Gasdichtheit, geeignete Armaturen sowie die Einbindung von Mess-, Sicherheits- und Entwässerungseinrichtungen berücksichtigt.
Abgrenzung zu flexiblen Speichern und anderen Gaskomponenten
Gasbehälter bezeichnen die Speicherfunktion innerhalb der Gasanlage; sie sind von Gasverdichtern zu unterscheiden, die den Druck anheben, sowie von Gasreinigungsanlagen oder Faulgasfiltern, die das Gas aufbereiten. Gegenüber der Geschwisterleistung "Gasspeicher, flexible" liegt der Schwerpunkt hier nicht auf einer bestimmten Speicherbauart, sondern auf dem Behälter als Anlagenteil der Gasbevorratung. Gasflaschen-Zellen betreffen dagegen die Lagerung von Druckgasbehältern und nicht die prozessintegrierte Speicherung von anfallendem Klär- oder Biogas.