Schwefelverbindungen im Gasstrom gezielt reduzieren
Gasentschwefelung zielt auf die Abtrennung von Schwefelverbindungen aus dem Rohgas. Im technischen Alltag steht dabei meist Schwefelwasserstoff im Vordergrund, weil er korrosiv wirkt und nachgeschaltete Aggregate sowie Reinigungsstufen beeintraechtigen kann. Die Entschwefelung wird als eigene Verfahrensstufe in den Gasweg eingebunden und auf die Zusammensetzung, Feuchte und Schwankungen des jeweiligen Gasstroms abgestimmt.
Typische Einsatzorte in Faulung, Vergaerung und Gasnutzung
Die Leistung wird vor allem dort eingesetzt, wo Gas aus biologischen oder prozessbedingten Abbauvorgaengen genutzt wird. Dazu gehoeren Kläranlagen mit Faulgas, Vergaerungsanlagen fuer organische Reststoffe sowie weitere Anlagen, in denen belastete Prozessgase verwertet oder weiterbehandelt werden. Die Entschwefelung erfolgt vor der Einspeisung in nachgeschaltete Anlagenteile wie Speicherung, Verdichtung, thermische Nutzung oder weitergehende Gasaufbereitung.
Verfahrensansaetze von biologisch bis adsorptiv
Zur Gasentschwefelung kommen unterschiedliche Verfahrensprinzipien zum Einsatz. Ueblich sind biologische Verfahren, chemische Wasch- oder Reaktionsschritte sowie adsorptive Systeme mit geeigneten Sorptionsmaterialien. Welche Loesung passt, haengt unter anderem von der Rohgasqualitaet, den geforderten Restgehalten, den Lastschwankungen und der Einbindung in den Gesamtprozess ab.
Abgrenzung zu Gasreinigung, Faulgasfiltern und Klärgasverwertung
Gasentschwefelung bezeichnet die gezielte Entfernung von Schwefelverbindungen und ist damit enger gefasst als der Begriff Gasreinigungsanlagen. Eine Gasreinigungsanlage kann mehrere Stufen umfassen, etwa Filtration, Trocknung und Entschwefelung. Von Faulgasfiltern unterscheidet sich die Leistung dadurch, dass nicht die Bauform oder ein einzelnes Aggregat beschrieben wird, sondern die Funktion der Schwefelabtrennung. Zur Klärgasverwertung gehoert die spaetere Nutzung des aufbereiteten Gases, waehrend die Entschwefelung davor ansetzt.