Funktionsprinzip von Gasodorieranlagen
Eine Gasodorieranlage bringt eine definierte Menge Odoriermittel an einer geeigneten Einspeisestelle in den Gasstrom ein. Dazu gehören je nach Ausführung Behälter für das Odoriermittel, Dosieraggregate, Leitungen, Einbauten zur Einbringung sowie Mess-, Steuer- und Überwachungskomponenten. Die Dosierung kann an Betriebszustände wie Durchfluss oder Anlagenfreigaben gekoppelt werden, damit die Odorierung zum tatsächlichen Gasbetrieb passt.
Einsatzbereiche in Gas-, Biogas- und Klärgasanwendungen
Gasodorieranlagen kommen dort in Betracht, wo aufbereitetes oder bereitgestelltes Gas an Verbraucher, Netze oder nachgelagerte Anlagen übergeben wird und eine Geruchswahrnehmung vorgesehen ist. Das betrifft je nach Anlagenkonzept technische Gase aus der Abwasser- und Biogasbehandlung ebenso wie weitere brennbare Gase in Verteil- oder Übergabesituationen. In der Praxis werden sie meist nicht am Anfang der Gaserzeugung, sondern an einem definierten Punkt vor der Nutzung oder Weiterleitung integriert.
Ausführungen und technische Varianten
Gasodorieranlagen unterscheiden sich unter anderem in der Art der Dosierung, der Einbindung in die Leittechnik und der baulichen Ausführung. Möglich sind kompakte Einheiten mit integrierter Dosierung ebenso wie Anlagen mit getrenntem Lager- und Dosierbereich. Je nach Verfügbarkeit, Betriebsweise und Sicherheitskonzept werden einfache Systeme oder redundante Ausführungen mit zusätzlicher Überwachung vorgesehen. Die konkrete Auslegung richtet sich nach Gasart, Betriebsprofil und Einbauort.
Abgrenzung zu Gasreinigung, Entschwefelung und Sicherheitsarmaturen
Gasodorieranlagen verändern nicht die Zusammensetzung des Gases im Sinn einer Reinigung, sondern fügen einen Geruchsstoff in kontrollierter Menge hinzu. Sie sind daher von Gasreinigungsanlagen und Gasentschwefelung klar zu trennen, die Verunreinigungen oder unerwünschte Bestandteile aus dem Gas entfernen. Ebenso unterscheiden sie sich von Gasverdichtern, Gasbehältern oder Klärgas-Sicherheitsarmaturen: Diese übernehmen Druck-, Speicher- oder Schutzfunktionen, während die Odorierung der Wahrnehmbarkeit bei Gasaustritt dient.