Was Korrosionsschutz bei Leitungs- und Kanalanlagen umfasst
Korrosionsschutz umfasst die Beurteilung der Angriffsursachen sowie die Auswahl geeigneter Schutzmassnahmen für Innen- und Aussenflächen. Je nach Bauteil kommen Beschichtungen, Auskleidungen, Schutzüberzüge, Nachbehandlungen oder weitere technische Verfahren in Frage. Grundlage ist die Abstimmung auf Werkstoff, Einbausituation, Medium und vorhandenen Schadensgrad. Ziel ist nicht nur die optische Instandsetzung, sondern die Verringerung von weiterem Substanzverlust.
Typische Einsatzbereiche in Wasser-, Abwasser- und Kanalsystemen
Korrosionsschutz wird bei erdverlegten Leitungen, freiliegenden Rohrabschnitten, Schächten, Pumpwerken, Formstücken, Flanschen, Halterungen und anderen metallischen Einbauten eingesetzt. Relevante Belastungen entstehen im Erdreich, in feuchten Schächten, an Übergängen zwischen unterschiedlichen Werkstoffen oder im Kontakt mit belasteten Medien. Auch bei Teilsanierungen ist Korrosionsschutz ein Thema, wenn bestehende Bauteile weitergenutzt werden und deren Oberflächen geschützt oder wiederhergestellt werden müssen.
Verfahren und Ausprägungen des Korrosionsschutzes
Unterschieden wird unter anderem zwischen äusserem und innerem Korrosionsschutz sowie zwischen vorbeugenden und instandsetzenden Massnahmen. Vor der eigentlichen Schutzschicht ist oft eine geeignete Oberflächenvorbereitung erforderlich, damit Haftung und Schutzwirkung erreicht werden. Je nach Anforderung werden punktuelle Schutzmassnahmen an einzelnen Bauteilen oder flächige Systeme für längere Leitungsabschnitte ausgeführt. In bestimmten Fällen werden auch elektrochemische Schutzkonzepte geprüft, wenn Material, Umgebung und Anlagentyp dies erfordern.
Abgrenzung zu Sanieren, Erneuern und Armaturenrevisionen
Korrosionsschutz ist nicht mit einer vollständigen Sanierung oder Erneuerung gleichzusetzen. Während beim Erneuern Bauteile ersetzt werden und bei umfassenden Sanierungen die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems wiederhergestellt wird, konzentriert sich Korrosionsschutz auf den Schutz vor weiterem Materialabbau. Von Armaturenrevisionen unterscheidet sich die Leistung dadurch, dass nicht primär die mechanische oder betriebliche Überarbeitung einer Armatur im Vordergrund steht, sondern deren Schutz gegen korrosive Einflüsse. Gegenüber Kanalfernsehen oder Leckortung ist Korrosionsschutz keine Diagnoseleistung, sondern eine technische Schutz- und Instandsetzungsmassnahme.