Planungsinhalt bei Abwasser- und Trinkwasserenergie
Die Leistung umfasst Analysen, Gutachten und Planung für Systeme, die Energie aus bestehenden Wasserströmen nutzbar machen. Bei Abwasser steht meist die thermische Nutzung im Fokus, etwa über Wärmeentzug aus Kanalisation, Sammelleitungen oder Abwasseranlagen. Bei Trinkwasser können je nach System Druck- oder Temperaturpotenziale relevant sein. Bewertet werden unter anderem Betriebsdaten, Lastprofile, Einbindung in die Gebäudetechnik oder in übergeordnete Netze sowie die Anforderungen an Betriebssicherheit und Unterhalt.
Typische Einsatzorte in Netzen und Anlagen
Untersucht werden bestehende Infrastrukturen mit kontinuierlichen oder ausreichend planbaren Wasserströmen. Dazu zählen grössere Abwasserleitungen, Bereiche von Abwasserreinigungsanlagen, Transport- und Verteilnetze der Trinkwasserversorgung oder Anlagenteile mit nutzbaren Druckdifferenzen. Im Gebäudebereich kommt die Leistung vor allem dort in Frage, wo relevante Abwassermengen anfallen und eine technische Einbindung der Energie in Heizung oder Warmwasserbereitung möglich ist. Im kommunalen Umfeld stehen eher Netzabschnitte und zentrale Anlagen im Vordergrund.
Technische Ansätze und zu prüfende Randbedingungen
Bei Abwasser werden häufig Lösungen zur Wärmegewinnung betrachtet, etwa in Verbindung mit Wärmetauschern und nachgelagerten Energiesystemen. Bei Trinkwasser kann neben thermischen Ansätzen auch die Nutzung von Druckenergie in Frage kommen, beispielsweise an Stellen mit notwendigen Druckabbauten. In der Planung sind saisonale Schwankungen, Verschmutzungsrisiken, Zugänglichkeit, Werkstoffe, Redundanz und die Verfügbarkeit von Betriebsdaten zu prüfen. Im Trinkwasserbereich kommen zusätzlich Vorgaben zu Hygiene, Werkstoffverträglichkeit und Versorgungssicherheit hinzu.
Abgrenzung zu Wärmerückgewinnung, Wasserkraft und Energieberatung
Die Leistung ist enger gefasst als allgemeine Energieberatung, weil sie sich auf konkrete Energiepotenziale in Abwasser- und Trinkwassersystemen konzentriert. Von Wärmerückgewinnung unterscheidet sie sich durch die spezifische Quelle und die damit verbundenen hydraulischen, hygienischen und betrieblichen Anforderungen. Gegenüber Kleinwasserkraftwerken oder Wasserkraftwerken geht es nicht um die Nutzung natürlicher Gewässer, sondern um bestehende technische Infrastrukturen der Siedlungswasserwirtschaft. Sie grenzt sich auch von der Betriebsführung von Energieanlagen ab, da hier die Analyse und Planung im Vordergrund steht, nicht der laufende Betrieb.