Welche Nachweise bei erneuerbarer Energie geprüft werden
Geprüft werden in der Regel die Energiequelle, die technische Erzeugungsanlage, die Mess- und Bilanzierungsgrundlagen sowie die lückenlose Dokumentation der Mengen. Dazu gehören beispielsweise Angaben zur Anlage, Inbetriebnahme, Produktionsperioden, Messpunkten und zur Trennung von erneuerbaren und nicht erneuerbaren Anteilen. Entscheidend ist, dass sich die deklarierte Eigenschaft der Energie mit belastbaren Unterlagen nachvollziehen lässt.
Typische Einsatzfälle in Versorgung, Handel und Berichterstattung
Zertifizierungen werden eingesetzt, wenn Energieprodukte gegenüber Kunden, Abnehmern, Investoren oder internen Kontrollstellen eindeutig ausgewiesen werden müssen. Das betrifft unter anderem Energieversorger, Betreiber von Produktionsanlagen, Zusammenschlüsse für Eigenversorgung, Energiegemeinschaften sowie Unternehmen mit spezifischen Beschaffungs- oder Nachhaltigkeitsvorgaben. Auch bei Vertragsmodellen, Herkunftsnachweisen oder der getrennten Ausweisung von Energiemengen kann eine formale Zertifizierung erforderlich sein.
Unterschiedliche Zertifizierungsansätze je nach Energieträger
Je nach Anwendungsfall kann sich die Zertifizierung auf die Anlage selbst, auf den Produktionsprozess, auf einzelne Energiemengen oder auf ein Bilanzierungsmodell beziehen. Bei Strom stehen häufig Erzeugung und Herkunft im Vordergrund, bei Wärme oder erneuerbaren Gasen zusätzlich die Abgrenzung der Systemgrenzen und die Zuordnung über definierte Perioden. Manche Verfahren arbeiten mit direkten Produktionsnachweisen, andere mit Bilanzierungs- oder Massenbilanzsystemen. Ebenso zu unterscheiden sind Erstzertifizierung, periodische Überprüfung und Rezertifizierung.
Abgrenzung zu Energieberatung, Messungen und Anlagenplanung
Die Zertifizierung von erneuerbaren Energien ist keine Energieberatung und keine technische Anlagenplanung. Im Unterschied zu Energieberatungen bewertet sie nicht primär Einsparpotenziale oder Versorgungskonzepte, sondern die Konformität einer erneuerbaren Energie mit festgelegten Nachweisanforderungen. Gegenüber der Durchführung von Messungen liegt der Schwerpunkt nicht auf der Messtechnik selbst, sondern auf der prüffähigen Verwendung von Mess- und Produktionsdaten. Von Leistungen wie Solaranlagen, Wasserkraftwerken oder Windenergienutzung unterscheidet sie sich dadurch, dass nicht die Realisierung der Erzeugung, sondern deren formale Bestätigung und Dokumentation im Vordergrund steht.