Energetische Anforderungen an den Fensterbau
Beim Fensterbau werden Wärmeverlust, Luftdichtheit, Feuchteschutz und Tageslichteintrag zusammen betrachtet. Die Wirkung eines Fensters hängt vom Zusammenspiel von Rahmenprofil, Verglasung, Randverbund und Einbausituation ab. Auch der Anschluss an die Gebäudehülle ist relevant, weil dort Undichtheiten und Wärmebrücken entstehen können. Für die Energienutzung sind zudem solare Gewinne und der sommerliche Wärmeschutz mit zu berücksichtigen.
Fensterbau im Neubau und in der Gebäudesanierung
Im Neubau wird der Fensterbau früh mit Wandaufbau, Fassadensystem, Lüftung und Verschattung abgestimmt. In bestehenden Gebäuden stehen häufig der Ersatz alter Fenster, die Verbesserung der Luftdichtheit und die Anpassung an bestehende Laibungen im Vordergrund. Bei Sanierungen muss geprüft werden, wie sich neue Fenster auf Feuchteverhalten, Lüftungssituation und Anschlusspunkte auswirken. Der Aufwand unterscheidet sich je nachdem, ob nur einzelne Elemente ersetzt oder ganze Fassadenbereiche erneuert werden.
Materialsysteme, Verglasungen und konstruktive Ausführungen
Fenster werden je nach Anforderung in Holz, Holz-Metall, Kunststoff oder Metall ausgeführt. Unterschiede bestehen bei Wärmedämmung, Unterhalt, Oberflächenschutz, Profilbreiten und konstruktiven Möglichkeiten. Auf der Verglasungsseite variieren Aufbau, Beschichtung und Sonnenschutzeigenschaften je nach Nutzung, Orientierung und Gebäudekonzept. Hinzu kommen feste Verglasungen, öffenbare Flügel, Schiebeelemente sowie Sonderlösungen für Schallschutz, Sicherheit oder erhöhte Witterungsbeanspruchung.
Abgrenzung zu Dichtungen, Fassaden und passiver Sonnenenergienutzung
Fensterbau umfasst das komplette Fensterelement inklusive Konstruktion und Einbau. Davon zu unterscheiden sind Türdichtungen und Fensterdichtungen, die sich auf einzelne Abdichtungskomponenten oder Nachbesserungen konzentrieren. Gegenüber wärmedämmenden oder hinterlüfteten Fassaden behandelt Fensterbau nicht die gesamte Gebäudeaussenhaut, sondern den spezifischen Bauteilbereich der Öffnungen. Zur passiven Sonnenenergienutzung besteht eine Schnittstelle über Verglasung, Orientierung und Verschattung, sie ist jedoch breiter angelegt als der eigentliche Bau oder Ersatz von Fenstern.