Aufbau und Funktionsweise der Fassadensysteme
Bei einer hinterlüfteten Fassade liegt vor der tragenden Aussenwand eine Dämmschicht, darauf folgt eine Luftschicht und erst danach die äussere Bekleidung. Diese Trennung unterstützt den Feuchteabtransport und schützt die Konstruktion vor direkter Witterungseinwirkung. Wärmedämmende Fassaden ohne Hinterlüftung kombinieren Dämmung und äussere Oberfläche in einem kompakteren Aufbau. Welche Lösung geeignet ist, hängt unter anderem von Bauphysik, Untergrund, gewünschter Oberflächenwirkung und konstruktiven Randbedingungen ab.
Einsatz bei Neubau, Sanierung und energetischer Ertüchtigung
Im Neubau werden Fassadensysteme früh in die Gesamtplanung der Gebäudehülle eingebunden, damit Anschlüsse, Fensterlaibungen, Befestigungen und Dämmstärken aufeinander abgestimmt sind. In der Sanierung dienen sie dazu, den energetischen Standard bestehender Gebäude zu verbessern und zugleich die Aussenhaut zu erneuern. Hinterlüftete Systeme werden häufig dort eingesetzt, wo Feuchteverhalten, Austauschbarkeit einzelner Bekleidungselemente oder eine klare konstruktive Trennung der Schichten gefragt sind. Kompakte wärmedämmende Fassaden kommen oft bei durchgehenden, direkt gedämmten Aussenwänden zum Einsatz.
Konstruktive Varianten und Ausführungsformen
Die äussere Bekleidung hinterlüfteter Fassaden kann je nach Projekt in unterschiedlichen Formaten, Materialien und Unterkonstruktionen ausgeführt werden. Bei wärmedämmenden Fassaden variieren vor allem Art und Stärke der Dämmung sowie der Oberflächenaufbau. Relevante Planungsfragen betreffen Befestigungspunkte, Anschlüsse an Fenster und Dächer, Schlagregenschutz, Wärmebrücken sowie die Abstimmung mit Brand-, Schall- und Feuchteschutz. Die technische Ausführung richtet sich nach Gebäudeart, Nutzung, Fassadengeometrie und den Anforderungen an Unterhalt und Lebenszyklus.
Abgrenzung zu Wärmedämmung allgemein, Wandbau und Fensterbau
Diese Leistung betrifft die energetisch und konstruktiv wirksame Ausbildung der äusseren Fassadenschichten. Im Unterschied zu Wärmedämmung allgemein steht hier nicht nur das Dämmmaterial im Vordergrund, sondern der vollständige Fassadenaufbau mit Bekleidung, Luftschicht, Befestigung und Anschlüssen. Gegenüber Wandbau geht es weniger um die tragende Primärkonstruktion als um deren äussere Hülle. Zum Fensterbau bestehen enge Schnittstellen, doch Fenster selbst und deren Systeme sind eine eigene Leistung; bei Fassaden liegt der Fokus auf der Einbindung der Öffnungen in ein funktionierendes Hüllsystem.