Welche Emissionen mit diesen Verfahren behandelt werden
Zur Abscheidung gasförmiger Stoffe gehören technische Verfahren, die einzelne Gase, Dämpfe oder Geruchskomponenten aus einem Luft- oder Abluftstrom entfernen, umwandeln oder binden. Anders als bei der Partikelabscheidung werden keine festen oder flüssigen Bestandteile ausfiltriert, sondern chemische Verbindungen in molekularer Form behandelt. Je nach Stoffsystem erfolgt die Reinigung durch Aufnahme in eine Flüssigkeit, Anlagerung an ein Sorptionsmittel, biologische Umsetzung oder thermische beziehungsweise katalytische Oxidation.
Typische Einsatzbereiche in der Luftreinhaltung
Anwendungen finden sich dort, wo Abluft mit Lösemitteln, Schwefelverbindungen, Stickoxiden, sauren oder alkalischen Gasen sowie geruchsintensiven organischen Stoffen anfällt. Dazu gehören unter anderem Produktionsprozesse in der Chemie, Oberflächenbehandlung, Lackierung, Lebensmittelverarbeitung, Abfallbehandlung, Kläranlagen und Lager- oder Umschlagsbereiche. Auch bei Verbrennungsprozessen werden gasförmige Schadstoffe mit spezialisierten Verfahren reduziert, etwa im Zusammenhang mit Entschwefelung oder Entstickung.
Verfahrensarten von Absorption bis thermischer Behandlung
Zu den typischen Ausprägungen zählen Absorption und Nasswäscher, bei denen Gase in einer Waschflüssigkeit aufgenommen werden. Adsorption und Aktivkohleanlagen binden Stoffe an festen Oberflächen und eignen sich insbesondere für bestimmte organische Verbindungen und Geruchsstoffe. Biofilter und Biowäscher nutzen mikrobiologische Abbauprozesse, während chemische, katalytische oder thermische Verfahren Schadstoffe gezielt umwandeln oder oxidieren. Ergänzend kommen Kondensation und Lösemittel-Rückgewinnung infrage, wenn Stoffe aus dem Abluftstrom nicht nur entfernt, sondern wiederverwendet werden sollen.
Abgrenzung zu anderen Leistungen der Luftreinhaltung
Diese Leistung betrifft die Behandlung gasförmiger Emissionen und Gerüche in Abluft- und Abgasströmen. Sie unterscheidet sich von der Abscheidung fester oder flüssiger Stoffe, bei der Staub, Aerosole oder Nebel im Vordergrund stehen. Von der Luftreinhaltung am Arbeitsplatz ist sie ebenfalls abzugrenzen: Dort geht es um die Erfassung und Reduktion von Belastungen im Arbeitsbereich, nicht primär um die nachgeschaltete Reinigung prozesstechnischer Abluft. Analysen, Beratung, Gutachten und Planung sowie Anlagenzubehör, Hilfsgeräte und Hilfsmittel ergänzen diese Leistung, sind aber nicht mit dem eigentlichen Abscheideverfahren gleichzusetzen.