Was unter Rauchgasentschwefelung verstanden wird
Rauchgasentschwefelung bezeichnet Verfahren zur Verminderung von Schwefeloxiden im Abgas, vor allem von Schwefeldioxid. Dazu wird das Rauchgas mit einem Reaktionsmedium oder Sorbens in Kontakt gebracht, das die sauren Bestandteile bindet oder in eine abtrennbare Form überführt. Je nach Verfahren entstehen feste Reaktionsprodukte, Schlämme oder aufbereitbare Nebenprodukte. Die Technik wird in Anlagen eingesetzt, in denen Schwefelemissionen aus Verbrennungsprozessen gezielt begrenzt werden müssen.
Typische Einsatzfelder in Energie- und Industrieanlagen
Anwendungen finden sich bei Feuerungsanlagen, Kesseln, thermischen Prozessen und anderen Quellen mit schwefelhaltigem Rauchgas. Relevant ist die Leistung insbesondere dort, wo feste oder flüssige Brennstoffe mit messbarem Schwefelgehalt eingesetzt werden. Auch in industriellen Prozessen mit schwefelhaltigen Prozessgasen kann eine vergleichbare Abscheidung notwendig sein. Die konkrete Ausführung hängt unter anderem von Gasmenge, Staubbeladung, Feuchte, Temperatur und der Einbindung in die bestehende Abgasreinigung ab.
Verfahrensarten der Entschwefelung
Üblich sind nasse, halbtrockene und trockene Verfahren. Nasse Systeme arbeiten mit Waschflüssigkeiten oder Suspensionen und werden häufig bei grossen Rauchgasströmen eingesetzt. Halbtrockene und trockene Verfahren dosieren reaktive Sorbentien in den Gasstrom oder in einen Reaktor und sind oft mit einer nachgeschalteten Feststoffabscheidung kombiniert. Welche Variante geeignet ist, ergibt sich aus Emissionsgrenzwerten, Betriebsweise, verfügbaren Hilfsstoffen, Wasserhaushalt und dem Umgang mit Rückständen.
Abgrenzung zu verwandten Leistungen der Abluftreinigung
Innerhalb der Abscheidung gasförmiger Stoffe und Abscheidung Gerüche ist die Rauchgasentschwefelung auf Schwefelverbindungen in Rauchgasen ausgerichtet. Sie unterscheidet sich damit von allgemeinen Verfahrensbegriffen wie Absorption oder Adsorption, die verschiedene Schadstoffe betreffen können, sowie von Nasswäschern als apparativer Bauform. Gegenüber Aktivkohleanlagen, Biofiltern oder Biowäschern steht hier nicht die Geruchsminderung organischer Stoffe im Vordergrund, sondern die gezielte Minderung von Schwefeloxiden. Von Entstickungsanlagen ist die Leistung klar getrennt, da dort Stickoxide und nicht Schwefelverbindungen behandelt werden.