Funktionsprinzip bei lösemittelhaltiger Abluft
Die Anlage entzieht der Abluft Lösemitteldämpfe und führt das zurückgewonnene Medium in flüssiger oder weiter aufbereiteter Form ab. Je nach Verfahren werden dazu physikalische Trenneffekte wie Abkühlung, Verdichtung oder zeitlich getrennte Beladung und Regeneration genutzt. Ziel ist nicht nur die Emissionsminderung, sondern ein rückführbarer Lösemittelstrom.
Typische Einsatzfelder in industriellen Prozessen
Solche Anlagen werden dort eingesetzt, wo lösemittelhaltige Abluft aus kontinuierlichen oder chargenweisen Prozessen anfällt, etwa bei Beschichtung, Druck, Reinigung, Imprägnierung oder chemischen Produktionsschritten. Relevant sind Anwendungen mit wiederkehrenden Lösemitteln und ausreichend belasteten Abluftströmen. Auch bei Gemischen kann eine Rückgewinnung sinnvoll sein, wenn eine nachgeschaltete Trennung vorgesehen ist.
Auslegung nach Lösemittel, Lastprofil und Reinheitsanforderung
Für die Planung sind unter anderem Lösemitteltyp, Konzentration, Luftvolumenstrom, Temperatur, Feuchte und Schwankungen im Betrieb massgebend. Ebenso wichtig ist, ob das rückgewonnene Medium direkt wiederverwendet oder zuerst weiter gereinigt werden soll. Daraus ergeben sich einstufige oder kombinierte Anlagensysteme sowie Anforderungen an Lagerung, Austrag und sichere Prozessführung.
Abgrenzung zu anderen Verfahren der Abluftreinigung
Lösemittel-Rückgewinnungsanlagen gehören innerhalb der Luftreinhaltung zur Abscheidung gasförmiger Stoffe, unterscheiden sich aber von Verfahren mit reinem Abbauziel. Thermische Nachverbrennung, regenerative Abluftreinigungsanlagen oder katalytische Abscheidung setzen Schadstoffe in der Regel um, statt sie als Stoff zurückzugewinnen. Gegenüber Kondensation, Adsorption oder Aktivkohleanlagen bezeichnet die Rückgewinnungsanlage die übergeordnete Lösung mit dem Ziel der Stoffrückführung; Trennanlagen für rückgewonnene Lösungsmittel sind dagegen oft ein nachgelagerter Aufbereitungsschritt.