Welche Aufgabe Datenerfassungsgeräte übernehmen
Ein Datenerfassungsgerät erfasst Messsignale in definierter Form und überführt sie in nutzbare Daten. Je nach Ausführung werden analoge oder digitale Signale eingelesen, zeitlich zugeordnet, zwischengespeichert und lokal oder extern bereitgestellt. Die Geräte arbeiten als Bindeglied zwischen Feldsensorik und der weiteren Datenverarbeitung. Im Unterschied zu reinen Anzeigeinstrumenten steht nicht die momentane Ablesung im Vordergrund, sondern die strukturierte Erfassung über einen Zeitraum.
Typische Anwendungen in Energie- und Umweltmessungen
Eingesetzt werden Datenerfassungsgeräte überall dort, wo Messwerte fortlaufend oder ereignisbezogen dokumentiert werden müssen. Dazu gehören beispielsweise Betriebsdaten aus Energieanlagen, Verbrauchs- und Zustandsdaten, Umweltmessungen an einzelnen Messpunkten sowie die Aufzeichnung von Prozesswerten in Wasser-, Luft- oder Infrastrukturbezug. Relevant sind solche Geräte insbesondere dann, wenn Messwerte über längere Zeit vergleichbar vorliegen sollen oder wenn mehrere Signale parallel erfasst werden müssen.
Signalarten, Geräteaufbau und Funktionsumfang
Datenerfassungsgeräte unterscheiden sich unter anderem nach Anzahl und Art der Eingänge, nach mobiler oder stationärer Bauform sowie nach der Art der Datenbereitstellung. Je nach Messaufgabe werden Spannungs-, Strom-, Impuls-, Zähl-, Status- oder serielle Signale aufgenommen. Hinzu kommen Funktionen wie Zeitstempelung, Zwischenspeicherung, Kanalverwaltung, Grenzwertprotokollierung oder Datenübertragung an Leit- und Auswertesysteme. Ob ein Gerät für kontinuierliche Langzeitaufzeichnung oder für kompaktere Einzelanwendungen geeignet ist, hängt von der konkreten Messaufgabe ab.
Abgrenzung zu Messsystemen und verwandten Leistungen
Datenerfassungsgeräte sind nicht mit Messumformern gleichzusetzen: Messumformer wandeln ein Signal in eine weiterverarbeitbare Form um, während Datenerfassungsgeräte dieses Signal aufnehmen und dokumentieren. Von automatischen Messgeräten unterscheiden sie sich dadurch, dass die eigentliche Messwerterzeugung häufig im Sensor oder Messgerät erfolgt und das Datenerfassungsgerät die Werte sammelt und verwaltet. Rechnerunterstützte Datenerfassungssysteme und Messnetze beschreiben übergeordnete Lösungen mit Software, Kommunikation und mehreren Erfassungspunkten; das Datenerfassungsgerät ist darin meist eine einzelne Hardwarekomponente. Transientenrecorder sind wiederum auf sehr schnelle kurzzeitige Signalverläufe spezialisiert und damit enger abgegrenzt als allgemeine Datenerfassungsgeräte.