Was Transientenrecorder in der Datenerfassung leisten
Ein Transientenrecorder ist auf die Aufzeichnung schneller Messwertänderungen ausgelegt. Im Unterschied zu einer reinen Langzeitaufzeichnung steht nicht der langsam veränderliche Verlauf im Vordergrund, sondern ein zeitlich eng begrenztes Ereignis mit genauer zeitlicher Zuordnung. Typisch ist eine ereignisgesteuerte Erfassung, bei der ein definierter Auslösepunkt den relevanten Abschnitt vor und nach dem Ereignis speichert.
Typische Anwendungen bei Netz-, Anlagen- und Prozessereignissen
Im Energiebereich werden Transientenrecorder unter anderem zur Analyse von Schalthandlungen, Fehlerereignissen, Spannungs- und Stromverläufen sowie kurzzeitigen Netzstörungen eingesetzt. In Mess- und Prüfumgebungen erfassen sie Anlaufvorgänge, Lastwechsel, Impulse oder kurzzeitige Reaktionen technischer Systeme. Auch in umwelttechnischen Anwendungen sind sie sinnvoll, wenn Messgrössen nicht kontinuierlich, sondern in kurzen dynamischen Phasen bewertet werden müssen.
Geräteausführungen und typische Erfassungsmerkmale
Transientenrecorder sind je nach Einsatz als portable Geräte, Laborinstrumente oder fest integrierte Messkomponenten ausgeführt. Üblich sind mehrere Eingangskanäle, eine hohe Abtastrate, Triggerfunktionen sowie eine Zeitmarkierung der aufgezeichneten Ereignisse. Je nach System können analoge und digitale Signale erfasst, Vor- und Nachlaufzeiten definiert oder Messdaten zur späteren Auswertung an übergeordnete Software übergeben werden.
Abgrenzung zu Datenerfassungsgeräten und MSR-Systemen
Innerhalb der Datenerfassung sind Transientenrecorder auf schnelle, kurzzeitige Vorgänge spezialisiert. Allgemeine Datenerfassungsgeräte oder rechnerunterstützte Datenerfassungssysteme decken meist breitere Aufgaben ab, erfassen jedoch nicht zwingend dieselbe zeitliche Auflösung oder Ereignislogik. Gegenüber Messumformern wandeln Transientenrecorder keine Signale für die Weiterverarbeitung um, sondern zeichnen diese auf; gegenüber MSR-Anlagen steuern oder regeln sie Prozesse nicht. Von Messnetzen und Messsystemen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie keine verteilte Gesamtinfrastruktur beschreiben, sondern eine konkrete Komponente für die ereignisbezogene Aufzeichnung.