Aufbau und Funktion von Messnetzen
Ein Messnetz besteht aus mehreren Messstellen, den zugehörigen Sensoren oder Messgeräten sowie den Wegen zur Übertragung und Zusammenführung der Daten. Für den Betrieb sind eine eindeutige Zuordnung der Messpunkte, eine nachvollziehbare Zeitbasis und definierte Erfassungsintervalle relevant. Je nach Anwendung werden Werte laufend, periodisch oder nur bei bestimmten Ereignissen aufgenommen. Die Qualität des Netzes hängt dabei nicht nur von der einzelnen Messstelle ab, sondern auch von der Vergleichbarkeit der Daten über alle Standorte hinweg.
Typische Einsatzfelder in Energie- und Umweltanwendungen
Messnetze werden eingesetzt, wenn räumliche Unterschiede oder gleichzeitige Zustände an mehreren Orten erfasst werden müssen. Typische Kontexte sind Umweltmessungen, Wasser- und Gewässerbeobachtung, meteorologische Erfassungen, die Überwachung von Leitungs- und Versorgungsnetzen oder Zustandsdaten aus verteilten Anlagen. Auch bei längeren Beobachtungszeiträumen sind Messnetze sinnvoll, weil sie Entwicklungen nicht nur zeitlich, sondern auch standortbezogen sichtbar machen.
Varianten nach Übertragung, Laufzeit und Messstellendichte
Messnetze können dauerhaft installiert oder für begrenzte Untersuchungen temporär aufgebaut werden. Bei der Datenübertragung kommen je nach örtlichen Bedingungen drahtgebundene oder funkbasierte Strukturen in Frage. Ebenfalls unterscheiden sich Messnetze in der Dichte der Messstellen: engmaschige Netze dienen einer feineren räumlichen Auflösung, grobmaschige Netze eher der flächigen Orientierung. In der Praxis werden stationäre Messpunkte oft mit mobilen oder ergänzenden Messstellen kombiniert.
Abgrenzung zu Messsystemen, Datenerfassungsgeräten und MSR-Anlagen
Innerhalb der Datenerfassung bezeichnet ein Messnetz die organisierte Verbindung mehrerer Messpunkte zu einem übergeordneten Erfassungskonzept. Ein automatisches Messgerät oder ein Datenerfassungsgerät ist dagegen in der Regel eine einzelne Komponente innerhalb eines solchen Netzes. Rechnerunterstützte Datenerfassungssysteme bilden eher die Software- und Auswerteebene ab, während Messsysteme auch lokal und ohne Netzcharakter aufgebaut sein können. Von MSR-Anlagen unterscheiden sich Messnetze dadurch, dass sie auf Erfassung und Zusammenführung von Messwerten ausgerichtet sind, nicht auf das aktive Regeln und Steuern von Prozessen.