Was bei Kalibrierungen für Feuchte und Temperatur erfasst wird
Kalibriert werden Messmittel, die relative Feuchte, Temperatur oder beide Grössen gemeinsam erfassen. Dabei wird das Verhalten des Prüflings mit einem rückgeführten Referenzsystem verglichen. Das Ergebnis wird in einem Kalibrierzertifikat festgehalten, typischerweise mit den gemessenen Abweichungen an festgelegten Punkten und der zugehörigen Messunsicherheit. Eine Kalibrierung bewertet den Ist-Zustand eines Messmittels; sie ist nicht dasselbe wie eine Reparatur oder eine Justierung.
Typische Einsatzbereiche in Überwachung und Prozessführung
Kalibrierungen für Feuchte und Temperatur werden dort eingesetzt, wo Umgebungsbedingungen oder Prozesswerte nachvollziehbar gemessen werden müssen. Dazu zählen unter anderem Gebäudetechnik, Lager- und Kühlbereiche, Laborumgebungen, Produktionsprozesse, Reinräume sowie die Langzeitüberwachung mit Datenloggern. Auch bei fest installierten Messketten kann eine Kalibrierung relevant sein, wenn Messwerte für Qualitätssicherung, Dokumentation oder interne Prüfmittelüberwachung verwendet werden.
Kalibrierobjekte und Ausprägungen der Leistung
Der Leistungsumfang kann sich auf einzelne Temperaturfühler, Feuchtesensoren, kombinierte Sonden, Handmessgeräte, Datenlogger oder komplette Messsysteme beziehen. Je nach Messmittel werden unterschiedliche Kalibrierpunkte, Stabilitätsanforderungen und Einbausituationen berücksichtigt. Bei kombinierten Geräten ist wesentlich, dass Feuchte und Temperatur nicht isoliert betrachtet werden, da beide Grössen messtechnisch zusammenhängen. Die konkrete Ausführung richtet sich nach Gerätetyp, gefordertem Messbereich und dem Verwendungszweck des Messmittels.
Einordnung innerhalb der SCS-Kalibrierstelle
Innerhalb der Hierarchie gehört diese Leistung zur SCS-Kalibrierstelle im Bereich Datenerfassung und betrifft die metrologische Prüfung von Messmitteln für klimatische Grössen. Sie unterscheidet sich von Kalibrierungen für Druck, bei denen Drucksensoren und Druckmessketten im Vordergrund stehen, sowie von Kalibrierungen für Luftströmung, die Strömungsgeschwindigkeit oder Volumenstrom betreffen. Der Fokus liegt hier nicht auf der laufenden Datenerfassung im Betrieb, sondern auf der nachvollziehbaren Kalibrierung der dafür eingesetzten Messmittel.