Bestandteile und Funktionsweise von Wägesystemen
Ein Wägesystem misst eine Last nicht nur über eine einzelne Waage, sondern über das Zusammenspiel mehrerer Komponenten. Dazu gehören in der Regel die kraftaufnehmende Mechanik, Sensoren zur Gewichtserfassung, eine Auswerteeinheit sowie je nach Einsatz Schnittstellen für Anzeige, Dokumentation oder Steuerung. Die Ausführung richtet sich danach, ob Stückgüter, Behälter, Schüttgüter oder kontinuierliche Materialströme erfasst werden sollen.
Einsatz in Anlagen, Materialfluss und Umwelttechnik
Wägesysteme werden dort eingesetzt, wo Gewichte in Abläufe eingebunden sind und nicht isoliert an einer Einzelwaage ermittelt werden. Typische Anwendungsfelder sind Behälter- und Silowägung, Dosier- und Mischprozesse, Fördertechnik, Abfüllung sowie die Erfassung von Materialien und Reststoffen. In der Energie- und Umweltbranche betrifft das unter anderem Schüttgüter, Gebinde, Prozessmengen oder Rückstände, die für Betrieb, Bilanzierung oder Überwachung gewogen werden.
Ausführungen nach Einbausituation und Messaufgabe
Die konkrete Form eines Wägesystems hängt von Einbauort und Prozess ab. Verbreitet sind Plattform- und Bodenlösungen, Behälter- und Silowägungen, hängende Systeme, in Maschinen integrierte Wägeeinheiten sowie Lösungen für Förder- oder Dosieranwendungen. Zusätzlich unterscheiden sich Systeme nach stationärer oder laufender Messung, nach lokaler Anzeige oder Einbindung in übergeordnete Leitsysteme und nach den Anforderungen an Dokumentation und Datenübertragung.
Abgrenzung zu Fahrzeugwaagen innerhalb der Gewichtsmessung
Wägesysteme sind innerhalb der Hierarchie Gewichtsmessung, Wägen breiter gefasst als Fahrzeugwaagen. Sie erfassen Gewichte an sehr unterschiedlichen Objekten und Prozessen, etwa an Behältern, Linien oder einzelnen Materialströmen. Fahrzeugwaagen sind dagegen auf das Wägen ganzer Fahrzeuge ausgelegt und bilden eine klar abgegrenzte Spezialanwendung. Nicht jedes Wägesystem ist daher eine Fahrzeugwaage, auch wenn beide zur Gewichtserfassung dienen.