Wie Temperaturfühler messen
Ein Temperaturfühler nimmt die Temperatur eines Mediums oder eines Bauteils auf und wandelt sie in ein auswertbares Signal um. Entscheidend ist der thermische Kontakt zum Messpunkt: Je nach Anwendung misst der Fühler in direktem Kontakt mit dem Medium, in einer Tauchhülse oder auf einer Oberfläche. In der Praxis werden dafür unterschiedliche Sensorelemente eingesetzt, etwa Widerstandsfühler oder Thermoelemente.
Typische Einsatzorte in Anlagen und Prozessen
Temperaturfühler werden in Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen, in Warmwasser- und Speichersystemen, in Rohrleitungen, Kanälen, Maschinen und verfahrenstechnischen Anlagen eingesetzt. Sie dienen unter anderem zur Erfassung von Vorlauf- und Rücklauftemperaturen, Raum- und Aussenluftwerten, Behältertemperaturen oder Oberflächentemperaturen an Aggregaten. In Mess-, Regel- und Überwachungssystemen liefern sie den Primärwert für Anzeige, Regelung oder Protokollierung.
Bauformen und Ausführungen von Fühlern
Die Ausführung richtet sich nach Messmedium, Einbauort und Reaktionsverhalten. Üblich sind Tauchfühler für Flüssigkeiten, Einschraub- oder Einschubfühler für Behälter und Leitungen, Anlegefühler für Rohre, Kanalfühler für Luftströme, Raumfühler für Innenbereiche sowie Aussenfühler für die Umgebungsmessung. Unterschiede bestehen zudem bei Schutzrohr, Gehäuse, Kabelführung, Dichtheit und der mechanischen Befestigung.
Abgrenzung zu Messgeräten und anderen Messverfahren
Innerhalb der Temperaturmessung bezeichnet der Fühler das Sensorelement am Messpunkt, während Messgeräte den Wert anzeigen, verarbeiten oder weiterleiten. Gegenüber der berührungslosen Messung erfordern Fühler in der Regel einen direkten oder konstruktiv gekoppelten Kontakt zum Messobjekt. Messungen mit RFID-Technologie verbinden die Temperaturerfassung zusätzlich mit Identifikation oder drahtloser Datenübertragung; ein klassischer Fühler ist dagegen auf die eigentliche Temperaturaufnahme am Ort der Messung ausgerichtet.